Parallelwelten: Die Heroindealer am Berliner Kotti

Parallelwelten: Die Heroindealer am Berliner Kotti
Der Bereich um den U-Bahnhof Kottbusser Tor im Berliner Bezirk Kreuzberg galt schon immer als schwerpunkt für Kriminalität, doch in den letzten Wochen hat sich die dortige Situation noch verschlimmert. In einer neuen Folge von Parallelwelten ist RT-Reporter Daniel Lange den Heroindealern vom „Kotti“ auf der Spur und fängt erschreckende Bilder ein.

Daniel Lange - mit Parallelwelten im Einsatz für RT Deutsch

Nach einer jahrelang rückläufigen Entwicklung hat die Anzahl der Erstkonsumenten harter Drogen und auch die Zahl der Drogentoten durch Heroin wieder radikal zugenommen.

Erst in der letzten Woche gelang der Berliner Polizei ein Schlag gegen die organisierten Dealerbanden. Über 80 Kilogramm Heroin, mit einem Straßenverkaufswert von knapp drei Millionen Euro, stellten die Ermittler bei der großangelegten Aktion sicher.

Der Bande, deren Mitglieder einer bekannten arabischen Großfamilie angehören, konnten über 1.000 Verkaufshandlungen nachgewiesen werden - an einem Tag. Während die Polizei fast vergeblich versucht, den ganz offenen Drogenhandel, zumeist organisiert und durchgeführt von arabischen und nordafrikanischen Dealern, auf dem Vorplatz des Bahnhofs zu bekämpfen, haben Händler und Konsumenten längst reagiert: Verkauft werden die Drogen im Berliner Untergrund, in den U- Bahnhöfen der Hauptstadt.

Schnell und vor allem unauffällig verkaufen mobile Dealer, die zwischen den Stationen pendeln, ihre Drogen. Transportiert werden die kleinen Heroinportionen, verpackt in Plastikfolie, im Mund, um sie im Falle eines Zugriffs durch die Polizei schnell herunterschlucken zu können.

Die Polizei stellt dies vor ernste Probleme und es gelingt ihr kaum, Dealer während des Handels zu erwischen und eine beweissichere Festnahme durchzuführen.

Zwischen fünf und zehn Euro kostet eine Portion „Straßen-Heroin“. Durchschnittlich drei Einheiten benötigt ein Süchtiger, um den Tag zu überstehen.

Während auf Berlins Bahnhöfen eine Parallelwelt entsteht, von der Passanten und Fahrgäste kaum etwas mitbekommen, gibt es Menschen, die in Angst vor den Dealern leben und jeden Tag mit dem Drogenhandel und seinen Auswirkungen konfrontiert werden.

Daniel Lange hat sich mit versteckter Kamera in diese Parallelwelt begeben .