Russland trauert um 14 ertrunkene Kinder eines Ferienlagers in Karelien

Russland trauert um 14 ertrunkene Kinder eines Ferienlagers in Karelien
Der 20. Juni ist in der russischen Republik Karelien und in Moskau wegen der Tragödie auf dem See Sjamosero in Karelien zum Trauertag erklärt worden. Ausländische Staats- und Regierungschefs drückten ihr Beileid aus. Am Samstag sind 48 Kinder eines Ferienlagers bei einem Bootausflug in einen Sturm geraten und 14 von ihnen ertrunken. Die Direktorin des Lagers und ihr Stellvertreter sowie drei weitere Mitarbeiter wurden verhaftet und die Erholungsstätte geschlossen.

Die Tragödie ereignete sich am 18. Juni, als insgesamt 51 Erwachsene und Kinder in einem Raft und zwei Kanus zu einem Ausflug auf dem Sjamosero aufbrachen. Dabei wurden die Wetterverhältnisse und die Sturmwarnung nicht beachtet. Die Wellen trieben das Raft an eine Insel, während die beiden Kanus umkippten, und ihre Insassen ins Wasser fielen. Wegen des starken Wellengangs und der niedrigen Wassertemperatur konnten nicht alle das Ufer schwimmend erreichen.

Die ersten Berichte über das Unglück tauchten erst am Sonntagmittag unter Berufung auf das Katastrophenschutzministerium auf. Am selben Abend teilte das Ermittlungskomitee Russlands mit, dass man 14 Leichen geborgen habe. Bei den Opfern handele es sich um Teilnehmer des Kindererholungslagers im Alter von 12 bis 14. Die geborgenen Leichen wurden am Montag zur Identifizierung nach Moskau befördert.

Zwölf überlebende Kinder werden momentan ärztlich behandelt.

Indes wurden wegen der Tragödie fünf Verantwortliche des Ferienlagers in Gewahrsam genommen: Die Direktorin des Kindererholungslagers Part-Hotel Sjamosero Jelena Reschetowa, ihr Stellvertreter Wadim Winogradow, sowie die Kinderbetreuer Regina Iwanowa, Ljudmila Wassiljewa und Waleri Krupnoderschtschikow. Sie werden beschuldigt, „Arbeiten oder Dienstleistungen erwiesen zu haben, die den Sicherheitsforderungen nicht entsprechen und durch Fahrlässigkeit den Tod von zwei oder mehreren Personen zur Folge hatten“. Das Strafgesetzbuch sieht dafür bis zu zehn Jahre Haftstrafe vor.

Wie betroffene Eltern und ehemalige Teilnehmer des Ferielangers im Gespräch mit RT äußerten, soll das Camp schon länger einen schlechten Ruf gehabt haben. Von Chaos, autoritären Erziehungsansätzen und betrunkenen Betreuern war die Rede.

Viele ausländische Staats- und Regierungschefs drückten den Angehörigen der Opfer wegen des Unglücks ihr Beileid aus.