WADA-Generaldirektor: Russlands Fortschritt in Doping-Bekämpfung bei Leichtathletik unzureichend

WADA-Generaldirektor: Russlands Fortschritt in Doping-Bekämpfung  bei Leichtathletik unzureichend
„Doping ist ein ernstes Problem im Sport und wird nicht verschwinden. Wir möchten nicht, dass Betrüger bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro siegen“, erklärte der Generaldirektor der Welt-Anti-Doping-Agentur, David Howman, im Rahmen einer Pressekonferenz und bezeichnete die russischen Bemühungen im Kampf gegen Doping als nicht ausreichend.

Auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Forums der Regionalabteilungen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) nahm der Generaldirektor der Organisation, David Howman, zu den Perspektiven der Teilnahme Russlands an den bevorstehenden Olympischen Spielen in Rio Stellung:

„Wir glauben, dass der Fortschritt in Russland unzureichend ist. … Doping ist ein ernstes Problem im Sport und wird nicht verschwinden. Wir möchten es nicht, dass Betrüger bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro siegen.“

Eine unabhängige Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hatte Russland im November 2015 schwere Verstöße gegen die geltenden Regeln vorgeworfen und dem Weltleichtathletikverband IAAF empfohlen, den Russen die Teilnahme an allen Wettkämpfen, die vom Weltverband durchgeführt werden, darunter auch an den Sommerspielen 2016, zu verweigern.

Grund dafür waren nach WADA-Darstellung Manipulationen von Sportlerproben durch die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA.

Rund 1.000 Proben seien auf Anordnung des russischen Sportministers Mutko vernichtet worden, erklärte die Kommission in ihrem Bericht. Mutko wies jegliche Anschuldigungen zurück. Die WADA-Kommission empfahl ferner, der RUSADA die Lizenz zu entziehen.

Der IAAF folgte den Empfehlungen der WADA-Kommission und suspendierte mit erdrückender Mehrheit den russischen Leichtathletikverband. Ferner wurde noch eine IAAF-Inspektionsgruppe gebildet, die die Reformierung des Allrussischen Leichtathletikverbandes auswerten muss. Die Tagung des IAAF-Councils, bei dem entschieden werden muss, ob die Sperre für die russischen Athleten für Olympia 2016 aufgehoben wird, findet am 17. Juni in Wien statt.

Auf den Wettkampf in Rio bereiten sich in Russland dem Sportminister, Witali Mutko, zufolge etwa 400 Sportler vor. Dabei sei die Leichtathletik in der vorläufigen Nennung des Landes als bedingt gemeldet.

Die Olympischen Sommerspiele werden im brasilianischen Rio de Janeiro von 5. bis 21. August 2016 ausgetragen.