New York: Widersprüchliche Reaktionen auf Experiment mit jüdisch-muslimischen Paaren

New York: Widersprüchliche Reaktionen auf Experiment mit jüdisch-muslimischen Paaren
Die Spannungen zwischen Juden und Muslimen reichen tief in die Vergangenheit zurück. Ein soziales Experiment des US-Video-Bloggers Karim Metwaly hat aufgezeigt, dass diese Feindseligkeiten weit über die Grenzen des Nahen Ostens hinausgehen. In seinem Szenario mussten junge jüdisch-muslimische Paare Händchen haltend durch New Yorker Straßen bummeln. Bei Stadtbewohnern rief das sehr widersprüchliche Reaktionen hervor.

Großstadtbewohner lassen sich nur schwer überraschen. Das trifft besonders für die US-Metropole New York zu, wo Ethnien aus aller Herren Länder im bunten Durcheinander zusammenleben. Allerdings konnte das gewagte Experiment des US-Video-Bloggers einige New Yorker verblüffen und sogar empören.       

Ein Paar in jeweils traditioneller jüdischer und muslimischer Tracht bummelte in Begleitung eines Kameramanns durch Viertel, die überwiegend mit Auswanderern aus dem Nahen Osten besiedelt sind. Einige von ihnen versuchten dem jungen Paar zu beweisen, dass ein solches Benehmen unannehmbar sei.   

„Ihr schändet den Islam!“, „Sie gehört nicht unserer Religion an. Das ist falsch“ – das sind nur wenige Kommentare der Empörten. Auch in jüdischen Vierteln fand der gemeinsame Spaziergang wenig Verständnis. „Das ist ja pervers! Siehst du nicht, dass er pervers ist?“, rief man dem jungen Paar nach.      

Dennoch stießen die Verliebten nicht bei allen auf Ablehnung. Einige nahmen die interkonfessionelle Beziehung ruhig war. Andere sympathisierten sogar mit dem Paar.

Blogger: Was denken sie, wenn sie einen Muslim und eine Jüdin zusammen spazieren gehen sehen?     

Passant: Das ist wunderbar.

Blogger: Wunderbar? Danke!

Passant: Hauptsache, dass ihr beide miteinander nicht streitet.

Der Autor des sozialen Experiments, Video-Blogger Karim Metwaly, will zwar nicht mit einer solch scharfen Reaktion einiger New Yorker gerechnet haben. Aber die Unterstützung vonseiten einiger Passanten habe ihn ermutigt, so Metwaly zu RT:

„Ich habe erwartet, dass die Passanten einfach zuschauen würden, dass jemand darüber staunen würde. Die Reaktionen sind aber viel negativer ausgefallen, und das hat mich überrascht. Viele haben mir gesagt, sie könnten nicht glauben, dass die Reaktionen in einer solch modernen Stadt wie New York so aggressiv sein könnten. Aber die positiven Kommentare haben die Situation wiedergutgemacht. Einige Menschen haben das Liebespaar mutig unterstützt, und das bedeutet mir viel. Es hat zwar viele negative Äußerungen gegeben, doch positive Reaktionen waren viel stärker.“