Euro 2016: Russland erkämpft gegen England 1:1 in der Nachspielzeit

Euro 2016: Russland erkämpft gegen England 1:1 in der Nachspielzeit
Ein Kopfballtreffer des aufgerückten Abwehrspielers von ZSKA Moskau, Vasilij Berezutskij, hat der russischen Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Auftaktspiel in der Gruppe B gegen Gruppenfavoriten England in Marseille ein 1:1(0:0)-Unentschieden gerettet.

Die Briten waren zuvor in der 73. Spielminute durch einen Freistoßtreffer des EM-Debütanten Eric Dier von Tottenham Hotspur in Führung gegangen.

Der englische Torschuss zur 1:0-Führung.
Der englische Torschuss zur 1:0-Führung.

Damit hat sich die russische Nationalmannschaft eine intakte Ausgangsposition für die weiteren Gruppenspiele gegen die Slowakei und gegen Wales erhalten, die im ersten Gruppenspiel am Samstagabend in Bordeaux aufeinandergetroffen waren. Geheimfavorit Wales hat sich dabei nach einer starken Leistung mit 2:1(1:0) durchgesetzt.

Die russische Nationalmannschaft hatte über weite Teile der Begegnung gegen die Engländer, deren stark verjüngtes Team sich in sehr ansprechender Form zeigte, große Probleme, spielerische Akzente zu setzen.

Nach dem Ende der Ära Fabio Capello, der als teure Fehlinvestition mit Blick auf die 2018 stattfindende WM im eigenen Land in die Geschichte des russischen Fußballs eingegangen ist, hat sich bezüglich der Qualität des russischen Spiels über weite Strecken noch kein signifikanter Schritt vorwärts im Vergleich zur WM 2014 gezeigt. Diese endete seinerzeit mit einem umstrittenen, aber dennoch unbefriedigenden Aus in der Vorrunde.

Auch wenn die Mannschaft einige gute Ansätze im Umschaltspiel bei schnellen Gegenstößen zeigte, kam insgesamt wenig an Ideen. Das Passspiel war vor allem in der ersten Halbzeit sehr ungenau. Zu Beginn gab es teilweise große Probleme in der Abwehr, gegen die sich die englischen Offensivspieler wie Adam Lallana oder Harry Kane immer wieder in Szene setzen konnten.

Englands Raheem Sterling im Zweikampf mit Russlands Aleksandr Kokorin
Englands Raheem Sterling im Zweikampf mit Russlands Aleksandr Kokorin

Erst in der zweiten Halbzeit bekam die russische Mannschaft das Spiel besser in den Griff, konnte Stabilität in den Aufbau bringen und kam zu einigen Torchancen.

Zu den besten Spielern der russischen Elf gehörten neben dem Torschützen Berezutskij noch Torhüter Akinfeev. Ihm gelang es, einige hochkarätige Gelegenheiten der Engländer zu vereiteln. Auch Abwehrstratege Igor Smolnikov und Mittelfeldregisseur Oleg Shatov setzten Akzente. Der Schalker Roman Neustädter spielte in seinem zweiten Spiel für die Sbornaja bis zur 80. Minute und blieb solide, aber unauffällig.

Das nächste Gruppenspiel des russischen Teams ist die Partie gegen die Slowakei am kommenden Mittwoch (15.06.) in Villeneuve-d’Ascq (Lille). Die Slowaken stehen dabei nach ihrer durchwachsenen Vorstellung und der Auftaktschlappe gegen Wales bereits unter enormem Zugzwang. Eine weitere Niederlage könnte für sie das vorzeitige Aus bedeuten.