Tierische Sabotage von Militär-Manöver: 3.000 finnische Elite-Soldaten flüchten vor Jungbären

Symbolbild.
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Ein einjähriger Bär ist in einen finnischen Militärstützpunkt eingebrochen und hat den Übungseinsatz einer 3.000 Mann starken Brigade beinahe zum Scheitern gebracht, weil zahlreiche Soldaten sich ängstlich in LKWs versteckten, berichten lokale finnische Medien.

Die Kainuu-Brigade, die zu den größten und leistungsstärksten in Finnland gehört und in der jährlich ungefähr 4.000 Wehrpflichtige ausgebildet werden, war in höchster Alarmbereitschaft, als am vergangenen Wochenende ein junger Bär sich in das Militärlager begab, schreibt das finnische Boulevardblatt Iltalehti. Als der Bär in den Übungsstützpunkt gelangte, schmauste er die Soldatenkost und zerriss einige Habseligkeiten.

Aus Angst vor dem Raubtier stoben die Militärs auseinander und retteten sich in Lastwagen, bis der Bär den Ort verließ. In der Pattsituation fand es das Kommando klug, den hartnäckigen Bären zu erschießen, denn im Unterschied zu anderen Vertretern seiner Tierart „hatte er keine Angst vor Menschen“.

„In der Regel meiden Bären Begegnungen mit Menschen, aber dieser hatte vor unseren Soldaten gar keine Angst“, begründete die Pressesprecherin der Kainuu-Brigade, Satu Hujanen, das Vorgehen. 

Dem finnischen Gesetz entsprechend wandte man sich an die Polizei, um die Erlaubnis zu bekommen, das Tier zu erschießen, was kurz darauf auch geschah.

Die in der nordfinnischen Stadt Kajaani stationierte Kainuu-Brigade ist eine von insgesamt drei Brigaden der Finnischen Armee, die permanent einsatzbereit sind. In dieser Militäreinheit üben Infanterie- und weitere Truppen den Einsatz bei harten Wetterbedingungen und in schwerem Gelände.

Daher unterscheidet sich ihre Ausbildung von der der weiteren Einheiten der Finnischen Armee – man lernt auch mit verschiedener Technik umzugehen, z.B. mit leichten Geländefahrzeugen, die zum schnellen Truppentransport insbesondere im Winter eingesetzt werden.

So geht man übrigens in Finnlands Nachbarland Russland mit Jungbären um: