"Poppen für Dänemark" - Sex-Kampagne löst unerwarteten Babyboom aus

"Poppen für Dänemark" - Sex-Kampagne löst unerwarteten Babyboom aus
Eine erotisch aufgeladene Werbekampagne, die die Dänen dazu anregen sollte, mehr Babies zu bekommen, war nach nur neun Monaten Laufzeit unerwartet erfolgreich. Dänemark rechnet in den folgenden Monaten mit einem einzigartigen Babyboom. Hebammen sprechen von "verrückter Steigerung".

"Ich habe noch nie so einen Boom wie diesen in meiner Zeit als Hebamme erlebt. Während des Sommers gibt es gewöhnlich mehr Geburten als im Vergleich zum Winter, aber eine solche Steigerung ist verrückt." 

So Ann Fogsgaard, die seit 33 Jahren als Geburtshelferin tätig ist, gegenüber Pressevertretern.  

Laut einer Untersuchung der dänischen Zeitung Politiken werden in den Sommermonaten von Juni bis August dieses Jahres acht Prozent, das sind 1.200 mehr Dänen als letzten Sommer auf die Welt kommen. Insgesamt sollen circa 16.200 Babys geboren werden. Bei weniger als sechs Millionen Einwohnern, ist das ein signifikanter Zuwachs.

Es begann mit niedlichen Appellen der Reiseagentur Spies Travel, "Gib der Welt mehr Babys" und "Mach es für Mama!" Erst wurden interessante Daten gezeigt, dass Menschen während eines Urlaubs am Meer romantischer werden, als bei einer alpinen Wanderung. Die traurige dänische Großmutter, die im Film nervös ihrer eigenen Tochter den BH aufmacht, während diese mit ihrem Freund kuschelt, wird glücklich gemacht. Sogar der stereotype, introvertierte Online-Gamer bekommt am Ende eine Frau ab.

Nach dem Spot mit der Moralkeule, kam Kopenhagen mit seiner eigenen offiziellen Regierungs-Kampagne, mit der etwas ernsteren Aussage, dass man nicht für immer fruchtbar ist. Dann sprang der Sender DR auf den 'Baby-machen'-Wagen auf, mit dem treffenden Namen "Poppen für Dänemark" (Knald für Danmark) Kampagne.

"Sie können die Zunahme der Geburten wahrscheinlich nicht unserer Kampagne zuschreiben, aber es macht uns  definitiv stolz, wenn die Kampagne eine positive Wirkung hatte", sagte Kopenhagens Bürgermeisterin für Gesundheit und Soziales, Ninna Thomsen, gegenüber TV2 News. Sie fügte hinzu, dass sie anfangs überrascht war, dass so viele Kampagnen für Fortpflanzung auf einmal entstanden.

Aber die Anstrengungen zahlen sich aus. Die Dänen haben durchschnittlich 14 Prozent mehr Nachkommen diesen Sommer als letzten, laut Cphpost und nach Danmarks Statistik – dem offiziellen nationalen Statistikamt – wurden 1.000 mehr Babys im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2015 geboren.

Die jährliche Geburtenrate könnte zum ersten Mal in sechs Jahren 60.000 übersteigen, wenn die Dänen munter weiter lieben. Das letzte schlechteste Jahr für Dänemark war 2013 mit lediglich 56.000 Geburten, dem niedrigsten Wert seit 1987.

Sei 2010 stagniert die Geburtenrate und das Durchschnittsalter für erstmalige Eltern liegt bei 29.1 Jahre, ganze fünf Jahre mehr als der Durchschnittswert 1970.

Die Anzeigenkampagnen verbindet eine Vielzahl von Maßnahmen, wie Änderungen der Lehrpläne der Schulen für Aufklärungsunterricht und ein wenig Nötigung der Eltern, dass sie versprechen, mehr Sex zu haben, damit es genug Kinder gibt, um die Schulen zu füllen.

Besondere Erfolge wurde in Jütland erzielt, wo es laut Angaben eines örtlichen Krankenhauses, dieses Jahr bereits ein ganzes Drittel mehr Schwangerschaften gab als im Jahr 2015.