Verfolgungsjagd auf Moskaus Straßen – Millionärs-Spross liefert sich Rennen mit der Polizei

 moscow_cars_777 / Instagram
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Eine Gruppe russischer Jugendlicher hat sich in einem Geländewagen ein Rennen mit der Polizei auf Moskaus Straßen geliefert und die wilde Fahrt über Periscope ins Netz gestellt. So kam heraus: Bei dem Besitzer des Wagens handelt es sich um den Sohn des Vize-Präsidenten von Russlands zweitgrößtem Erdölunternehmen Lukoil.

Der 20-jährige Ruslan Shamsuarov zog schon vorher die Aufmerksamkeit russischer Medien auf sich und wird von diesen gerne als „Petroleum-Boy“ tituliert. Kein Wunder, fungiert sein Vater doch als Vize-Präsident von Lukoil, der Nummer Zwei auf dem russischen Erdöl-Markt. Nun sorgte das wohlgeborene Söhnchen für neuen Ärger. Mit einem G63-Geländewagen und einer Gruppe von Freunden raste Shamsuarov jenseits des Tempolimits durch die Straßen Moskaus, woraufhin die Polizei den Wagen zum Anhalten aufforderte.

Anstatt dieser Aufforderung Folge zu leisten, gab der Fahrer des G63 dann aber erst richtig Gas. Alsbald waren es dann schon sechs Polizeieinheiten, die die Jugendlichen verfolgten. Während der Verfolgungsjagd brachen diese ungefähr ein Dutzend Verkehrsregeln und witzelten über die Beamten, die versuchten sie zum Anhalten zu bewegen.

Belegt ist dies, weil Shamsuarov und seine Clique das Rennen mit Moskaus Polizei auf Periscope ins Netz streamten und so schnell das Interesse zahlreicher Internetnutzer auf sich zogen. Die Reaktionen waren allerdings nicht nur wohlwollend.

„Ein weiterer Fall, in dem die vergoldete Jugend glaubt sie ist allmächtig“, hieß es etwa von Kommentatoren. Die Jungs verfügen wohl über zu viel Frei-Benzin, mit dem Sohn eines hochrangigen Lukoil-Managers im Freundeskreis, vermuteten andere.

Rund zehn Minuten dauerte die Verfolgungsjagd, bis die Jugendlichen das Auto schließlich im Süd-Osten Moskaus stoppten. Nicht aber um sich der Polizei zu stellen, sondern mit dem Versuch zu Fuß zu entkommen. In einem Park wurde die vergoldete Rowdy-Gruppe dann jedoch festgenommen.

Doch einsichtig zeigten sich die selbsternannten Rennfahrer deshalb noch lange nicht. Während die Polizisten die Personalien der Raser aufnahmen, übertrugen diese einen weiteren Stream in dem sie stolz von ihren Leistungen auf der Straße berichteten und die Jagd mit Szenen aus dem erfolgreichen Computer-Rennspiel GTA verglichen.

Doch die Konsequenzen für die ereignisreichen zehn Minuten, in denen zahlreiche Menschen gefährdet wurden, waren für Shamsuarov und seine Freunde alles andere als verheerend. Gerade einmal 5.000 Rubel – ungerechnet 75 Dollar – betrug die Strafe, die die Polizeibeamten aussprachen. Worüber sich die gefassten Raser direkt erneut im Internet lustig machten.

Das Lachen scheint den Hobby-Rennfahrern dann allerdings – vermutlich nachdem es Ärger von Papa gab - doch noch vergangen zu sein: Ruslan Shamsuarov, der seinen Wagen nicht selbst fuhr sondern das Steuer einem seiner Freunde überließ, löschte kurz nach dem Vorfall seine Social Media-Accounts. Der Lukoil-Konzern, für den Shamsuarovs Vater als Vizepräsident fungiert, reagierte auf Presseanfragen ausweichend. Man könne den Vorfall weder bestätigen noch dementieren, hieß es gegenüber REN-TV.

Nachdem weitere russische Medien der Sache nachgingen rang sich Shamsuarov-Junior dann aber doch noch zu einer kleinlauten Entschuldigung gegenüber Live-News durch und versprach derartiges „werde nicht mehr passieren.“ Seinen Freund, den Fahrer des Wagens verteidigte der Millionärs-Spross allerdings weiter: „Wir haben ihn angefeuert und er wollte nicht schwach wirken.“ Den möglichen Opfern eines Unfalls in Folge der Raserei hätte dies allerdings wenig geholfen.