Im Konzert: Deutsche Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland

Im Konzert: Deutsche Austauschschülerin berichtet RT von ihrem Leben in Russland
Alona Bartenschlager kommt aus Bayern, ist 15 Jahre alt und hat sich mit dem Zug auf den Weg nach Russland gemacht. Von Ingolstadt über Berlin ging es nach Sotschi. Dort besucht sie für mehrere Monate die Schule. Für RT Deutsch berichtet Alona, abseits der großen Politik und medialer Verzerrungen, von ihrem neuen Alltag. In ihrem aktuellen Beitrag erzählt sie über einen Konzertbesuch in Sotschi. Der Dirigent Valerij Gergiew begeisterte die deutsche Besucherin ebenso wie das Publikum.

von Alona Bartenschlager 

Alona mit ihrer Mutter und einem Veteranen bei den Gedenk- und Feierveranstaltungen anlässlich des 71. Jahrestages des Sieges gegen den Nationalsozialismus. Da Sotschi keine Garnisionsstadt ist, verlaufen die Feierlichkeiten in der russischen Schwarzmeer-Stadt ohne Militärparaden.

Das muss wohl mein Glückstag gewesen sein: Ich hatte Geigenunterricht und meine Geigenlehrerin, die sehr gut und professionell unterrichtet, hat mir zwei Konzerttickets geschenkt. Sie wäre gern selber hingegangen, aber sie hatte den ganzen Tag Unterricht und konnte nichts verschieben.

Meine Geigenlehrerin hat mir gesagt, dass es eine seltene Gelegenheit ist, Valerij Gergiew zu erleben. Ich bin ihr sehr dankbar, dass sie dieses Erlebnis für mich möglich gemacht hat.

Natürlich sind meine Mutter und ich hingegangen, direkt nach dem Unterricht. Zum Unterricht hatte ich ganz normale Klamotten an, deshalb ist Mutter schnell heimgegangen, hat sich umgezogen und auch mir etwas Schickes mitgebracht. Ich selbst habe mich noch in der Musikschule umgezogen und dann sind wir sofort los.

Das Konzert war im Wintertheater. Viele Polizisten haben davor gestanden und kontrolliert. Wir mussten durch Sicherheitsschleusen gehen und ich habe gesehen, wie die Handtaschen durchsucht wurden.

Valerij Gergiew ist ein weltberühmter Dirigent, einer der besten, und sein Orchester auch. Das Wintertheater in Sotschi ist sehr schön und elegant eingerichtet. Sogar eine Gemäldegalerie gibt es.

Der Konzertsaal war brechend voll, auch das Fernsehen war gekommen. Erst einmal spielte sich das Orchester ein. Dann betrat Valerij Gergiew die Bühne. Das Publikum stand auf und applaudierte ihm und seinen Musikern. Er verbeugte sich und wandte sich dann seinem Orchester zu. Es war fabelhaft: Herr Gergiew hat eindrucksvoll dirigiert und das Orchester hat perfekt gespielt.

Alona Bartenschlager mit ihrem Tennisclub bei der Maiparade in Sotschi.

Das Orchester war mit Streichinstrumenten besetzt, vor allem mit Violinen. Nach der Hälfte des Programms kam ein Pianist dazu. Alle haben sehr emotionsvoll gespielt und haben die Menschen im Publikum verzückt. Für mich war es ein Traum, der wahr geworden ist. So ein schönes Konzert habe ich noch nicht oft zu hören bekommen.

Ich hatte das Gefühl, als sei nur eine halbe Stunde vergangen, als das Konzert zu Ende war. In Wirklichkeit hat es aber über eineinhalb Stunden gedauert. Die Leute standen am Schluss wieder auf und applaudierten sehr lange. Die Musiker und der Dirigent verbeugten sich gemeinsam.

Als ich hinausging, stand dort ein Fernsehteam und hat mich gefragt, wie es mir gefallen hat. Ich habe geantwortet, dass ich begeistert war und dass ich aus Deutschland komme und meine Mutter in Sotschi geboren ist und dass sie mir zeigen will, wie Sotschi so ist und was es hier alles gibt. Und das ist wirklich eine ganze Menge.

Am 9. Mai: Junge Russen, die mit Alona Bartenschläger und ihrer Mutter ins Gespräch gekommen sind und sich über ihren Großvater erkundigen.
Am 9. Mai: Junge Russen, die mit Alona Bartenschläger und ihrer Mutter ins Gespräch gekommen sind und sich über ihren Großvater erkundigen.