„Lasst die Zuschauer entscheiden!“: Petition nach Eurovision Song Contest 2016

„Lasst die Zuschauer entscheiden!“: Petition nach Eurovision Song Contest 2016
Die abschließende Abstimmung bei dem diesjährigen Eurovision Song Contest wird wohl so stark kritisiert wie noch nie - längst nicht nur von russischer Seite. Unzufriedene Zuschauer sammeln aus Protest Unterschriften gegen das Voting, bei dem die Punktevergabe durch die Profi-Juroren stark von der Publikumsmeinung abwich. Eine Petition auf Change.org, die eine Revision des Ergebnisses und eine Änderung der Punktevergabe fordert, konnte bereits über 200.000 Unterstützer gewinnen.

Auf der Webseite Change.org ist eine Initiative veröffentlicht worden, deren Unterzeichner den Veranstalter des Eurovision Song Contest – die Europäische Rundfunkunion (EBU) – freundlich, aber nachdrücklich auffordern, die Ergebnisse des jüngsten Wettbewerbes zu revidieren.

Diese Petition richtet sich an die Europäische Rundfunkunion im Namen aller Fans, die mit den Ergebnissen des Eurovision Song Contest 2016 nicht einverstanden sind. Wir verstehen, dass die Abstimmung durch die Jury und durch die Zuschauerschaft ein schwieriger und emotionaler Prozess ist. Doch die Zahl der Unterschriften zeigt, wie viele Menschen sich dessen sicher sind, dass der diesjährige „Sieger“ nicht der einzige ist, der im Wettbewerb wirklich siegen sollte. Wir haben keine Zweifel an der Gerechtigkeit und Unbefangenheit des Wettbewerbs, und eben deshalb glauben wir, dass die Resultate revidiert werden sollten“, steht in der Petition.

Der Autor des Aufrufes ist Artur Oganessjan aus Jerewan (Armenien). Der Appell hat bereits ein großes Echo in ganz Europa gefunden. Unter den Unzufriedenen gibt es sogar viele Landsleute der Ukrainerin Jamala, die auf Platz 1 gelandet ist.

Jamala hat ein politisches Lied gesungen. Sie hat nicht siegen dürfen“, meint lakonisch eine Einwohnerin von Charkow.        

Am meisten wird bemängelt, dass die Entscheidung der Jury politisch gewesen und zu sehr vom Urteil der Zuschauerschaft abgewichen sei.

Die Jury hat zu viel Macht bekommen. Lasst die Leute entscheiden, wer zum Sieger wird! Voriges Jahr hätte Italien siegen sollen. Dieses Jahr – Russland. Jury, ans Telefon!“, empört sich ein Däne aus Kopenhagen.

Da die Petition schon mehr als 200.000 Unterschriften gesammelt hat, hat die EBU vor, den auf Change.org veröffentlichten Appell zu erörtern.

Wir wissen um die Petition. Diese Frage soll heute diskutiert werden. Die Antwort der EBU wird später veröffentlicht werden“, sagte der Pressesekretär der Organisation, Paul Jordan, gegenüber RIA Nowosti. 

Allerdings hält dieser es für kaum wahrscheinlich, dass die Resultate revidiert würden. 

Die obige Kampagne ist nicht die einzige: Insgesamt sind auf Change.org 15 Initiativen gegen die Eurovision-Entscheidung vom vergangenen Samstag zu finden.

Inzwischen hat der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die ESC-Siegerin Jamala (Susanna Dschamaladinowa) mit dem Titel der „Volkskünstlerin der Ukraine“ ausgezeichnet.  

Das ist ein fantastischer Sieg. Du hast enorm viele Menschen glücklich gemacht“, sagte der Staatschef, als er der Sängerin am Montagabend die Auszeichnung überreichte. 

Nach den Eurovision-Regeln soll der nächste Liederwettbewerb in der Ukraine ausgetragen werden.