Fehler bei „Eurovision“: Jury-Mitglied aus Dänemark gibt aus Versehen die meisten Punkte an Ukraine

Fehler bei „Eurovision“: Jury-Mitglied aus Dänemark gibt aus Versehen die meisten Punkte an Ukraine
Das „Eurovision“-Jury-Mitglied aus Dänemark, Hilda Heik, hat zugegeben, die höchste Punktzahl irrtümlicherweise der ukrainischen Sängerin Jamala zuerkannt zu haben. Sie habe die 12 Punkte eigentlich an Dami Im aus Australien geben wollen, doch das neue Abstimmungsverfahren habe sie verwirrt. Hilda Heik freut sich immerhin darüber, dass ihr Fehler das Resultat nicht beeinflusst hat.

„Das ist mein größter Fehler und ich gebe ihn aufrichtig zu“, erklärte die Jurorin. Heik habe ihren Irrtum erst nach der Abstimmung eingesehen, als das Resultat schon feststand. Auf Facebook schrieb die Dänin, dass wohl niemand mehr enttäuscht sei als sie:

Heike fügte hinzu, dass sie nicht vorhat, aus der Jury des Musikwettbewerbs auszuscheiden. Schließlich habe ihr Fehlgriff den Ausgang der „Eurovision 2016“ nicht prinzipiell beeinflusst. In diesem Jahr war das Abstimmungsverfahren beim „Eurovision Song Contest“ erneut geändert worden, und die dänische Jurorin dürfte sich einfach geirrt haben: Die Wertung Eins war eigentlich für das beste Lied bestimmt. 

„Ich habe mir gedacht, dass die meisten Punkte an den Teilnehmer gehen sollen, der mir am meisten gefällt“, erklärte Heik.

Vorher, seit dem Jahr 1997, waren es die Zuschauer gewesen, die den Sieger durch die Stimmabgabe gewählt hatten. Man hatte das Urteil der fachkundigen Jury zwar auch berücksichtigt, aber es war nicht ausschlaggebend.

Dieses System wurde teilweise heftig kritisiert: Die Skeptiker wiesen zu Recht darauf hin, dass viele Zuschauer, mitunter aus politischen Gründen, nicht für die Teilnehmer, sondern für die Länder votierten.

Es entstand das sogenannte Block-System, in dem die Länder die meisten Punkte an ihre Nachbarn gaben. Viele Experten hielten die Resultate eines solchen Abstimmungsverfahrens für künstlerisch nicht fair. Deswegen wurde beschlossen, die Rolle der fachkundigen Jury erneut zu steigern.

In diesem Jahr wurden die von der Jury und die von den Zuschauern zugteilten Punkte getrennt bekanntgegeben. Auf diese Weise sollten die Auftritte eigentlich objektiver beurteilt werden.

Doch diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, wovon auch die Zuschauerreaktionen zeugen. Viele weisen darauf hin, dass die Meinung der Jury zu stark von der Meinung der Zuschauerschaft abgewichen ist, und wittern darin Voreingenommenheit.

Wäre die Abstimmung nach dem vorigen System verlaufen, hätte Jamala sich mit dem 2. Platz begnügen müssen. Dies errechnete die Webseite Eurovisionworld. Die meisten Zuschauerstimmen hat der russische Sänger Sergej Lasarew bekommen.