Umfrage: Mehrheit der Russen bedauern den Kollaps der UdSSR und träumen von deren Rückkehr

Umfrage: Mehrheit der Russen bedauern den Kollaps der UdSSR und träumen von deren Rückkehr
Mehr als die Hälfte aller russischen Bürger denken, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion schlecht und vermeidbar war. Noch mehr Menschen sagen, dass sie die Wiederherstellung des sozialistischen Systems und des sowjetischen Staats begrüßen würden.

Laut der letzten Meinungsumfrage, die von der unabhängigen Forschungsagentur Levada Center durchgeführt wurde, liegt der Anteil derjenigen mit negativen Gefühlen über den Zusammenbruch der UdSSR  derzeit bei 56 Prozent, 28 Prozent behaupten, dass ihre Gefühle durchweg positiv sind und 16 Prozent halten die Frage für zu komplex, um eine eindeutige Antwort zu geben.

Flaggen vor dem NATO-Hauptquartier - Bereits präventiv auf Halbmast?

51 Prozent der Befragten sagten den Forscher, dass ihrer Meinung nach der Zusammenbruch der UdSSR hätte vermieden werden können, während 33 Prozent sagten, dass sie es als unvermeidlich angesehen. 17 Prozent sagten, sie könnten die Frage in der Form nicht beantworten.

Als die Forscher die Bevölkerung fragten, ob sie die Sowjetunion wiederhergestellt sehen möchten, bejahten dies 58 Prozent und 14 Prozent sagten, dass sie ein solches Projekt im Moment für durchaus realistisch einschätzen. 44 Prozent sehen die Wiederherstellung der UdSSR als undurchführbar, obwohl erstrebenswert. 31 Prozent sagten, sie wären darüber nicht glücklich, während 10 Prozent keine einfache Antwort auf die Frage geben könnten.

In der Pressemitteilung zu der Umfrage sagten Levada-Spezialisten, dass die Nostalgie für die UdSSR unter Russen sich jetzt auf dem höchsten Stand seit fünf Jahren befinde, aber es sei bei weitem noch nicht das Maximum von 75 Prozent, das im Jahr 2000 registriert wurde.

Im April 2005 nannte Russlands Präsident Wladimir Putin in einer öffentlichen Rede an das russische Parlament den Zusammenbruch der UdSSR "die große geopolitische Katastrophe des [letzten] Jahrhunderts".

CIA-Veteran Ray McGovern bei einer Veranstaltung der Whistleblower-Gruppe ExposeFacts, April 2015.

Dieses Zitat wurde von den internationalen Medien in Umlauf gebracht, die behaupteten, dass dies die angeblichen Pläne des Kremls - eine Rückkehr zum Sozialismus - offenbart. Allerdings hat der russische Staatschef wiederholt diese Behauptungen zurückgewiesen und erklärt, dass er die negativen Auswirkungen der radikalen und schnellen Veränderungen auf das Leben der einfachen Leute gemeint hatte.

Im Jahr 2015 wurde Putin für einen Dokumentarfilm interviewt und hat darin direkt erklärt, dass Russland keine Pläne hätte, die UdSSR zurückzubringen. Außerdem beschwerte er sich, dass das niemand glauben wollte. Zudem warf er den EU-Regierungen vor, das moderne Russland mit seinem kommunistisch geführten Vorgänger zu verwechseln und die Interessen der einfachen Menschen in den post-sowjetischen Republiken wie der Ukraine zu opfern - nur um eine imaginäre Gefahr abzuwehren.