Spitzenküche in Zeiten des Krieges: US-Amerikaner als Gourmetkritiker für Restaurants in Damaskus

Spitzenküche in Zeiten des Krieges: US-Amerikaner als Gourmetkritiker für Restaurants in Damaskus
Der US-Amerikaner, Thomas Webber, wohnt seit über 40 Jahren in Damaskus. Er hat die Stadt sogar nach dem Anfang des bewaffneten Konfliktes in Syrien nicht verlassen. Mehr noch: Er schreibt regelmäßig über die syrische Küche und die besten Restaurants der Hauptstadt. RT-Korrespondentin Lizzie Phelan hat den Blogger in Damaskus getroffen und seine Lieblingsrestaurants besucht.

Wenn man glaubt, dass man sich in Syrien nirgendwo mehr amüsieren und das Leben genießen kann, irrt man sich. In Damaskus werden Cafés und Bars eröffnet, von denen man auf der Web-Seite TripAdvisor lesen kann. Über die besten Lokale schreibt der US-Amerikaner, Thomas Webber.

Thomas hat das höchste Rating auf dieser Webseite, seinen Berichten vertrauen viele. Er ist der einzige US-Amerikaner, der Damaskus wegen Kampfhandlungen nicht verlassen hat. Nach 40 Jahren ist die Stadt sein Zuhause geworden.

„Hier kann man ungefähr zehn anständige Restaurants finden. Dieses Lokal nimmt Platz zwei in meinem persönlichen Rating ein“, sagt er.

Webber erzählte der RT-Korrespondentin von den Besonderheiten des lokalen Restaurantgewerbes.

„Ob Sie es glauben oder nicht, in Damaskus leben viele Leute aus verschiedenen Ländern. Das Essen hier ist fantastisch. Denken Sie nicht, dass ich nur positive Bewertungen schreibe. Es kommt auch vor, dass ich die schlechte Bedienung oder Essensqualität kritisiere. Aber glücklicherweise passiert es selten. Die meisten örtlichen Restaurants gewährleisten das höchste Niveau“, meint der US-Amerikaner.

Thomas erzählte, warum er Syrien sicherer als die USA findet.

„Einmal habe ich ein Geschoss ganz nah an meinem Haus explodieren gehört. Sogar die Fensterscheiben haben geklirrt. Ich habe schnell meine Schuhe angezogen und bin auf die Straße gerannt. Früher war es so: Eine Rakete und Schluss. Aber ich war kaum von der Haustür getreten, als noch eine Granate explodierte. Nur 20 Meter von mir entfernt.

Seitdem in Syrien Waffenstillstand gilt, ist es hier sicherer als in den USA. Dort treiben sich fast alle mit Waffen herum. Und in Damaskus weiß ich genau, wer bewaffnet ist. In Syrien gibt es keine Amokschützen in Schulen und Kinos und sie bringen keine Kinder oder sogar ganze Familien um. Deswegen geht es mir hier gut.“

Trotz der Versicherungen von Thomas werden sich nur wenige ein Ticket nach Syrien kaufen, solange im Land Krieg herrscht. Er selbst ist aber optimistisch gestimmt. Er ist sicher, dass im Lande bald Frieden herrschen wird und Touristen kommen werden, die die lokale Küche zu würdigen wissen.