'Historischer Stunt' auf dem Baikalsee: Wagemutiger Sprung aus dem Flugzeug direkt ins Eis-Loch

'Historischer Stunt' auf dem Baikalsee: Wagemutiger Sprung aus dem Flugzeug direkt ins Eis-Loch
Sechs russische Adrenalinjunkies haben als Erste einen Fallschirmsprung aus einem Flugzeug aus einer Höhe von 1.200 Metern direkt in ein Eis-Loch im zugefrorenen Baikalsee vollbracht. Einer der Sportler erzählte RT von der Aufregung vor dem Sprung und den Hindernissen auf dem Weg zu ihrem Vorhaben.

"Anfangs wollten wir einen Dreiersprung machen - drei Fallschirmspringer sollten zusammen springen. Aber als wir darüber sprachen, waren die Menschen so aufgeregt, dass jeder bei uns mitspringen wollte", erzählte Victor Kolyzhny, einer der Sportler hinter der Idee, gegenüber RT und führte weiter aus:

"Wir hatten kein großes Budget, also entschieden wir uns für ein kleines Flugzeug Jak-18 T, in das drei Personen auf einmal passen und machten zwei Flüge mit insgesamt sechs Sprüngen."

"Wir wählten eine optimale Höhe von 1.200 Metern, weil es nicht unser Ziel war den längsten oder dem höchsten Sprung in der Geschichte zu machen – unser Stunt war historisch, weil es der erste über dem Baikalsee war, und der erste überhaupt mit einem Eis-Loch als Ziel", erinnert sich Kolyzhny begeistert.

Sie hatten keine Angst vor dem Sprung selbst, da alle sechs Sportler Erfahrung im Fallschirmspringen haben - jeder von ihnen hatte schon mehrere hundert Sprünge absolviert, sagt er.


"Wir waren trotzdem aufgeregt, weil keiner von uns jemals über einem zugefrorenen See gesprungen ist. Wir üben in der Regel über Feldern, wo man auf einer weichen 'Matratze' landet. Und hier sollten wir in ein 4 mal 4 [Meter] Loch im Eis zielen. Wenn man es auf dem Feld macht, macht es keinen großen Unterschied, ob Sie Ihr Ziel treffen oder nicht. Aber beim Springen über Eis – ich sage Ihnen, man muss genau sein, denn wenn man das Loch verfehlt und das Eis trifft, ist das sicher keine sehr angenehme Sache."

Das einzige, das die Wagemutigen ein bisschen besorgt hat, war das Wetter:

"Das Wetter über dem Baikal – mit all den Bergen und Höhenunterschieden – kann rau sein. Das Problem ist, dass es gerade noch klar und windstill ist und im nächsten Moment fegt ein Windstoß einen weg, der dabei ständig die Richtung wechselt. Dennoch war es nur eine Befürchtung – niemand hatte wirklich Angst, wir waren alle so aufgeregt wegen des Sprungs, dass wir den Tag ungeduldig erwarteten."


Ein weiterer ungewöhnlicher Punkt war, wie das Flugzeug startete und landete erzählten die Extremsportler: 

"Es gab keine spezielle Landebahn, keine vorbereitete Plattform dafür, nichts – wir starteten und landeten direkt auf dem Eis. Es war eine besondere Erfahrung."

Trotz einiger ungeplanter Zwischenfälle landeten alle Sportler sicher und Victor sagt, dass er und seine Sportlerkollegen nächstes Jahr wieder springen werden.

"Dieser Sprung war der erste seiner Art, es war reine Improvisation, aber jetzt wissen wir, was zur Vorbereitung gehört und nächstes Jahr werden wir bereit sein, eine noch spannendere Leistung zu vollbringen", sagt er.

Der Stunt wurde während des Festivals des Extremsports 'Baikal Rift' durchgeführt, das am vergangenen Wochenende auf dem Eis des Baikalsees in Kurkutskaya Bay stattfand . Mehrere Dutzend Extremsportler nahmen an der Veranstaltung mit Autocross-, Speedway, Supermoto, Enduro-Trial und Kart Rennen teil.

Die meisten Teilnehmer kamen aus der Region Irkutsk und dem benachbarten Burjatien.

Die Zuschauer konnten auch an einem "extremen Urlaub" unter der Leitung von erfahrenen Instruktoren mitmachen:  extreme Fahrten, auch in einem echten Sportwagen, Reiten, Golf spielen, Kart fahren oder Skaten.

Die Veranstaltung begann mit einer Orientierung zum Verhalten auf dem Eis, die von den Vertretern des staatlichen Rettungsdienstes durchgeführt wurde. Rettungskräfte waren während des gesamten Festivals vor Ort, um Unfälle zu verhindern.