Ukraine: Gesetzesänderung "Über das Filmwesen" verbietet alle russischen Filme

Mascha und der Bär - Eine Kultzeichentrickserie die wohl auch unter das Verbot "aller russischen Filme und Serien" fällt.
Mascha und der Bär - Eine Kultzeichentrickserie die wohl auch unter das Verbot "aller russischen Filme und Serien" fällt.
Die Abgeordneten der Werchowna Rada haben am 29. März 2016 über eine Änderung des Gesetzes „Über das Filmwesen“ abgestimmt. Insgesamt 237 Abgeordnete haben sich für eine Verschärfung des bestehenden Gesetzes von 2015 ausgesprochen. Demnach sind nun alle Filme im Fernsehen verboten, die von russischen Staatsbürgern gemacht und nach dem 1. Januar 2014 zum ersten Mal vorgeführt wurden. 

Das ursprüngliche Gesetz vom letzten Jahr hat, unabhängig vom Herkunftsland, jegliche Darstellung eines positiven Russlandbildes verboten. Betroffen waren alle Streifen, die nach dem 1. August 1991 produziert wurden. Laut der Staatlichen Agentur für Kinofragen sind von der angenommenen Gesetzeserweiterung 430 russische Filme und Serien betroffen.

Quelle: скриншот карты Google

Schon im Februar 2016 hat der Nationalrat der Ukraine die Ausstrahlung von 15 russischen Sendern verboten, da sie die nationale Sicherheit verletzen. Zu den Sendern gehörten „Wissenschaft 2.0“ und „Welt der Serien“.

Im August 2015 war vom ukrainischen Kulturministerium eine Liste veröffentlicht worden, die russische und ausländische Künstler aufgeführte, deren Anwesenheit in der Ukraine unerwünscht ist, da sie die „nationale Sicherheit bedrohen“.

Auf der Liste standen unter anderem der französische Schauspieler Gerard Depardieu, der US-amerikanische Schauspieler Steven Seagal, der US-amerikanische Sänger, Regisseur und Frontmann der Band Limp Bizkit, Fred Durst, der russische Schauspieler und Regisseur Nikita Michalkow, der serbische Musiker Goran Bregovi sowie der amerikanische Boxer Roy Jones Jr., der die russische Staatsbürgerschaft angenommen hat. Die betroffenen Künstler haben mehrjährige Einreiseverbote in die Ukraine erhalten.

Schon seit 2014 wurden wiederholt russische Filme in der Ukraine verboten, wenn sich die beteiligten Schauspieler „anti-ukrainisch“ äußerten oder Szenen enthalten waren, die die „ukrainische Nationalität entwürdigen“ oder Russland in einem positiven Licht zeigten. Die Kontrolle über die Filmverbote unterliegt der ukrainischen Staatlichen Agentur für Kinofragen und dem Nationalen Rat für Radio und Fernsehen.