Sawtschenko-Anwalt erklärt nach Fake-Brief, dass seine Mandantin bald ihre Schuld eingestehen wird

Sawtschenko-Anwalt erklärt nach Fake-Brief, dass seine Mandantin bald ihre Schuld eingestehen wird
Ein angeblich vom ukrainischen Präsidenten verfasster Brief an Nadeschda Sawtschenko hat sich als Scherz erwiesen. Zwei russische "Prankster" erklärten gegenüber RT, wie sie in diesem Brief die Kampfpilotin Sawtschenko aufriefen, ihren Hungerstreik zu beenden, ihre Schuld einzugestehen und einen Posten in der Kiewer-Regierung zu übernehmen. Der Anwalt der Angeklagten bedankte sich bei Poroschenko und betonte, dass seine Mandantin ihre Schuld noch vor der Bekanntgabe des Urteils gestehen werde. 

Zwei russische Prankster haben die ukrainische Pilotin Nadeschda Sawtschenko den Hungerstreik beenden lassen. Sie überreichten der Angeklagten über ihren Anwalt ein Schreiben im Namen des ukrainischen Staatschefs Petro Poroschenko.  

„Wir haben zwei Telefonate aufgenommen: das erste – mit dem Anwalt Mark Fejgin und das zweite – mit dem Pressesprecher von Poroschenko (Swjatoslaw Zegolko – Anm.d.Red.). Die Aufnahmen sind ziemlich witzig“, so der Scherzanrufer Alexei „Lexus“ Stoljarow im Gespräch mit RT.  

Ihm zufolge habe er mit Fejgin vereinbart, dass der Verteidiger Sawtschenko den gefälschten Brief von Petro Poroschenko persönlich zukommen lassen werde, in dem stehe, dass die Angeklagte ihren Hungerstreik unverzüglich einstellen und ihre Schuld gestehen solle.  

„Wir haben Fejgin angerufen und alle Details besprochen. In der Nacht haben wir uns an den Brief gemacht. Dann haben wir ihn ins Ukrainische übersetzen lassen. Am Morgen hat er den Brief vorgelesen. Dieser beinhaltete, dass sie den Hungerstreik beenden soll, ein Schuldbekenntnis abgibt und eine Position in der Kiewer-Regierung übernimmt. Dank diesem Brief hat Sawtschenko den Hungerstreik beendet. Sie hat zwar ihre Schuld nicht anerkannt, weil das für sie eine prinzipielle Frage sei, doch Fejgin hat erklärt, er werde sie innerhalb einer Woche davon überzeugen können. Das heißt, er hat eine Woche, damit sie ihre Schuld vor der Bekanntgabe des Urteils gesteht.“

So Stoljarow im Gespräch mit RT. 

Später soll den Anwalt der echte Pressesprecher von Poroschenko, Swjatoslaw Zegolko, angerufen haben, um zu erfahren, woher er solche Informationen habe.

Dem Scherzanrufer zufolge soll Fejgin dem echten Assistenten von Poroschenko nicht geglaubt haben.  

Elton John am Klavier. Foto: Ernst Vikne, CC BY-SA 2.0

„Dann haben wir den Pressesprecher im Namen von Fejgin angerufen und gefragt, was wir tun sollten. Er hat geantwortet, sie wüssten selbst nicht weiter“, sagte „Lexus“.

Laut Stoljarow habe man in der Kanzlei von Poroschenko den ganzen Tag darüber nachgedacht, wie man am besten agieren sollte: das Schreiben für echt oder doch für falsch erklären? „Am Abend haben sie sich dazu entschlossen, den Brief doch zu einer Fälschung zu erklären, weil Präsident Poroschenko darauf bestanden haben dürfte“, fügte der Spaßmacher hinzu.     

Zuvor hatte die ukrainische Militärpilotin Nadeschda Sawtschenko, die in Russland wegen des Mordes an zwei WGTRK-Journalisten angeklagt wird, ihren trockenen Hungerstreik eingestellt. Ihre Verteidiger hatten erklärt, dass es ausgerechnet der Brief des ukrainischen Präsidenten gewesen sei, der ihre Mandantin zu diesem Schritt bewogen habe.  

Die beiden Prankster hatten bereits letztes Jahr für Furore gesorgt, als sie sich gegenüber dem britischen Sänger und Komponisten Elton John als Wladimir Putin ausgaben.