Neuer FIFA-Präsident Infantino: Der "Erneuerer" mit der nicht ganz so weißen Weste

Neuer FIFA-Präsident Infantino: Der "Erneuerer" mit der nicht ganz so weißen Weste
Der am vergangenen Freitag gewählte neue FIFA-Präsident Gianni Infantino hat in seiner ersten offiziellen Pressekonferenz in seiner neuen Funktion betont, dass er „Brücken bauen“ will anstatt „Mauern zu errichten“, um den geschädigten Ruf des Weltfußballverbandes wiederherzustellen. Der Schweizer bekam den Posten als FIFA-Vorsitzender nachdem er im zweiten Wahlgang 27 Stimmen mehr als Scheich Salman al-Khalifa aus Bahrain erhielt.

Infantino will nach eigenen Worten die FIFA in eine neue Ära führen und seine Wahlversprechen beinhalten unter anderem, dass statt 32 Teams in der Zukunft 40 Teams um den Weltmeistertitel kämpfen, und dass die  Entwicklungshilfezahlungen für die Mitgliedsverbände verdoppelt werden sollen.

Am Sonntag hatte der nun ehemalige Generalsekretär der UEFA seinen ersten öffentlichen Auftritt in Zürich, als er das neu gebaute FIFA Museum zusammen mit dem Museumsdirektor Stefan Jost eröffnete. Man sah ihm die Freude an seinen Job förmlich an und er schwärmte von der „Magie“ dieses Museums und dem „Mythos“ Fußball.

Hinzu lud er ehemalige Weltklasseprofis wie Fabio Cannavaro, Paolo Maldini oder Luis Figo und verschiedene Journalisten sowie Funktionäre zu einem gemeinsamen Fußballspiel nahe des FIFA-Zentrums ein. Er „wolle den Fußball wieder zurück zur FIFA bringen“ und den Sport wieder in den Vordergrund stellen.

Der neue FIFA-Präsident Infantino (m.) nach einem Freundschaftsspiel in der Nähe des FIFA-Hauptquartiers, 29. Februar.
Der neue FIFA-Präsident Infantino (m.) nach einem Freundschaftsspiel in der Nähe des FIFA-Hauptquartiers, 29. Februar.

Vor seiner Wahl verabschiedete die FIFA ein Reformpaket, das die Amtszeit des FIFA-Präsidenten auf 12 Jahre beschränkt und auch seine Machtfülle einschränkt. Zudem soll nun der Generalsekretär, welcher von Infantino vorgeschlagen wird, als Geschäftsführer fungieren und das Exekutivkomitee, zusammen mit dem Präsidenten, bilden den Aufsichtsrat.   

Doch auch wenn Infantino sich nun als "Erneuerer" verkauft, sollte nicht vergessen werden, dass seine Weste nicht so strahlend weiß ist, wie er das nun vorgibt. Bei etlichen Korruptions- und Manipulationsfällen stand er stets an der Seite der dafür verantwortlichen Sportfunktionäre. Ebenso gilt es als gesichert, dass er im Auftrag von Michel Platini verschiedene FIFA Reformen blockiert und dadurch bewusst verhindert hat.