Schalke-Verteidiger Neustädter und sein Kampf um die russische und deutsche Staatsbürgerschaft

Russische und deutsche Staatsbürgerschaft - Der Schalke-Verteidiger Roman Neustädter hat wohl noch einen langen Weg vor sich, bevor er das Recht auf eine doppelte Staatsbürgerschaft erhält.
Russische und deutsche Staatsbürgerschaft - Der Schalke-Verteidiger Roman Neustädter hat wohl noch einen langen Weg vor sich, bevor er das Recht auf eine doppelte Staatsbürgerschaft erhält.
Die russische Staatsbürgerschaft für Roman Neustädter, den 28-Jährigen Defensivmann vom FC Schalke, lässt wohl noch länger auf sich warten. Die von ihm gewünschte doppelte Staatsbürgerschaft scheint durch verschiedene Gesetze auf sowohl deutscher als auch russischer Seite fast unmöglich. Für Neustädter sind das schlechte Nachrichten, denn der russische Nationaltrainer Leonid Sluzki wollte ihn bereits für das im März stattfindende Länderspiel gegen Frankreich nominieren.

Neben dem Länderspiel gegen Frankreich ist auch die im Sommer stattfindende Europameisterschaft in Gefahr, wenn weiterhin keine Einigung zwischen Russland und Deutschland erzielt wird.

Es ist nicht der erste Versuch einer Nation, Roman Neustädter in ihre Reihen zu holen. 2011 hatte bereits die Ukraine versucht, den damaligen Gladbacher einzubürgern. Allerdings scheiterte dies an bürokratischen und persönlichen Hürden. 

Kevin Kurany, der derzeit für den TSG 1899 Hoffenheim auf dem Rasen steht und zuvor fünf Jahre für Dynamo Moskau spielte, begrüßt die Einbürgerung Neustädters und sieht in diesem Schritt "eine weitere Festigung des guten Verhältnis zwischen Deutschland und Russland".

Es gibt aber auch Gegner der Einbürgerung des Bundesligaprofis, wie zum Beispiel den russischen Nationaltorwart Igor Akinfeev oder den Nationalelf-Verteidiger, also möglicher Konkurrent Neustädters, Dmitri Tarassow. Laut Tarassow ist es „grundsätzlich nicht Russlands Weg“ und es solle besser die Jugendarbeit gefördert werden.

Die Fans der russischen Nationalmannschaft hingegen freuen sich auf Neustädter und sind stolz darauf, dass ein Spieler, der aus dem amtierenden Weltmeisterland kommt, russischer Staatsbürger werden will.

Quelle: Alexandr Kryazhev / RIA Novosti

Der brasilianische Torwart Guilherme hat die russische Staatsbürgerschaft bereits bekommen und soll bei der WM 2018 das Tor für die russische „Sbornaja“ hüten.   

Betrachtet man andere Sportarten, dann sieht man, dass Russland schon einige Erfolge mithilfe von eingebürgerten Sportlern erzielen konnte. Gewann Viktor Ahn 2006 noch drei olympische Goldmedaillen für Südkorea, so errang er dieselbe Anzahl von Goldmedaillen acht Jahre später für Russland bei den Olympischen Winterspielen in Sotchi.

Nicht nur populäre Sportler bemühen sich um die russische Staatsbürgerschaft, auch der legendäre französische Schauspieler Gérard Depardieu und der Milchproduzent Stefan Dürr sind mittlerweile im Besitz der russischen Staatsbürgerschaft. Angeblich soll sogar Whistleblower Edward Snowden einen russischen Pass angefragt haben.