Haiangriffe: Rekordhoch im Jahr 2015 – Die meisten Angriffe erfolgten in den USA

Haiangriffe: Rekordhoch im Jahr 2015 – Die meisten Angriffe erfolgten in den USA
Die Zahl der sogenannten unprovozierten Haiangriffe erreichte einen Rekordwert von 98 im Jahr 2015. Ein massiver Anstieg im Vergleich zu 2014 mit 26, und ein neuer Rekord nach 88 im Jahr 2000. Die USA führen das Ranking mit 59 unprovozierten Angriffen an und übertreffen damit ihren vorherigen Höchststand von 53 im Jahr 2012. Dies ist das Ergebnis der International Shark Attack File, eine Zusammenstellung von Daten zu Haiattacken im Verlauf der letzten 57 Jahre.

Während sich die Zahl der Angriffe erhöhte, blieb die Zahl der Todesopfer auf dem Stand der Vorjahre mit sechs Todesfällen rund um den Globus – zwei auf La Réunion und einzelnen Vorfällen in Australien, Neukaledonien, Ägypten und Hawaii.

Floridas einladende Küsten haben die meisten Haiangriffe in den USA angezogen, mit 30 aufgezeichneten unprovozierten Angriffen. Das ist mehr als im gesamten Vorjahr mit 23, aber immer noch weit von dem Rekordhoch von 37 im Jahr 2000 entfernt.

Hawaii erlebte sieben Angriffe, während die restlichen über Kalifornien, Texas, Mississippi und New York verteilt waren.

Anzahl der registrierten, unprovozierten Haiangriffe in den USA von 1837 bis heute
Anzahl der registrierten, unprovozierten Haiangriffe in den USA von 1837 bis heute

Australien folgte den USA mit 18 Angriffen, während in Südafrika acht dokumentiert sind.

Haie + Menschen = Angriffe

Der Kurator der Datei, George H. Burgess, vermutet, dass eine Zunahme der menschlichen Bevölkerung hinter der Zunahme der Angriffe stecken könnte.

"Haie plus Menschen ist gleich Angriffe. Während unsere Bevölkerung weiterhin rasch wächst und sich die Hai-Bestände langsam erholen, werden wir weitere Interaktionen sehen,"sagte er in einer Erklärung.

"Dennoch beeinflusst die jährliche Variabilität in lokalen meteorologischen, ozeanographischen und sozio-ökonomischen Bedingungen auch erheblich das lokale Vorkommen von Haien und Menschen im Wasser und somit die Wahrscheinlichkeit für das Aufeinandertreffen," fügte er hinzu.

Außerdem wies er darauf hin, dass sich "Die Effizienz der ISAF bei der Entdeckung und Untersuchung von Angriffen sich in den letzten drei Jahrzehnten erheblich verbessert hat und [dies] zu einem weiteren Anstieg der Anzahl der aufgezeichneten Interaktionen führte."

International Shark Attack File, in Florida im Naturkundemuseum der University of Florida untergebracht, hat im Jahr 2015 weltweit 164 Vorfälle untersucht, aber nur 36 dieser Fälle als provozierte Angriffe befunden.

Ein unprovozierter Angriff ist definiert als "Vorfall, bei dem ein Angriff auf einen lebenden Menschen im natürlichen Lebensraum des Hais ohne menschliche Provokation auftritt."

Haie haben jedoch viel mehr Angst vor Menschen, die laut einer Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift Marine Policy, für rund 100 Millionen tote Haie pro Jahr verantwortlich sind.

Der Bericht fügt hinzu, dass dies eine konservative Schätzung ist, und die Zahl könnte bis zu 273 Millionen sein. Haie werden für ihr Fleisch, Lebertran, Knorpel und wertvolle Flossen gejagt.

Sie sind auch wirtschaftlich wertvoll, der Wert der globalen Haifänge wird auf etwa 630 Millionen US-Dollar pro Jahr geschätzt. Diese Zahl ist jedoch stetig rückläufig gemäß IFLScience, einer sehr populären Wissenschafts-Webseite.

Wie man einem Haiangriff vorbeugt, erklärt dieser Twittereintrag:

Man sollte das Schwimmen in der Dämmerung, in der Nacht und in fischreichen Gebieten meiden, keinen glitzernden Schmuck tragen. Sollte es dennoch zu einem Angriff kommen, sollte man dem Hai auf die Nase schlagen und seine Augen und Kiemen attackieren, um ihn zu verjagen.

Schlussendlich sind Spinnen, Hunde und Blitze weit häufigere Todesursachen für Menschen.

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