Russen verbringen Winterurlaub vermehrt im eigenen Land

Rosa Khutor Alpine Resort in Krasnaya Polyana, bei Sochi, im Januar 2014.
Rosa Khutor Alpine Resort in Krasnaya Polyana, bei Sochi, im Januar 2014.
Die Zahl der russischen Bürger, die diesen Winter ins Ausland reisen werden, hat sich für diese Saison halbiert. Stattdessen sind die meisten Hotels in Sochi überlaufen. Der Grund für die Hinwendung zu regionalen Zielen wie St. Petersburg, das Moskauer Umland und Sochi ist einfach: ein schwacher Rubel und günstige Inlandsflüge.

"Die letzten eineinhalb Monate sind die Ticketpreise stark angestiegen, so dass sogar jene Regionen, die wir als leicht zugänglich einstufen, teurer geworden sind. Das trifft für Zentral- und Osteuropa zu, genau wie etwas entlegenere Gebiete", sagte Natalya Rosenblyum aus der Tourismusbranche gegenüber Gazeta.ru.

Ausblick vom Sanki Sliding Center in Rosa Khutor, bei Sochi.
Ausblick vom Sanki Sliding Center in Rosa Khutor, bei Sochi.

Laut Cushman & Wakefield waren russische Touristen unter den fünf Nationen, die als Touristen viel Geld für Auslandsreisen ausgeben. Länder der Eurozone oder Länder, die auch US-Dollar akzeptieren, werden am meisten unter dem Verlust der russischen Touristen leiden.

Teilnehmer eines "Alilo"-Marsches, eine religiöse Prozession der Orthodoxen Kirche. Aufgenommen in Tbilisi, Georgien 7. January  2016.
Teilnehmer eines "Alilo"-Marsches, eine religiöse Prozession der Orthodoxen Kirche. Aufgenommen in Tbilisi, Georgien 7. January 2016.

Laut Cushman & Wakefield waren russische Touristen unter den fünf Nationen, die als Touristen viel Geld für Auslandsreisen ausgeben.

Länder der Eurozone oder Länder, die auch US-Dollar akzeptieren, werden am meisten unter dem Verlust der russischen Touristen leiden. Die meisten Touristenzentren werden die russischen Touristen mit Besuchern aus anderen Ländern ersetzen können, aber dennoch Geld einbüßen. Die größten Verlierer werden jedoch Italien, Frankreich, Österreich und die Tschechische Republik.

Eine Joggerin am See Lisi in Tbilisi, Georgien, letzten Oktober.
Eine Joggerin am See Lisi in Tbilisi, Georgien, letzten Oktober.

Die Russen suchen sich derweil alternative Urlaubsziele und immer mehr Reisende entscheiden sich für ehemalige Sowjetstaaten, die nicht so sehr von den Währungsschwankungen betroffen sind.

„Georgien und Armenien waren 2015 voll im Trend. Diese Länder bieten eine Vielzahl von Aktivitäten. In Georgien ist von Sommerferien am Strand über Winterurlaub im Sportresort, feinem Essen und Sehenswürdigkeiten alles möglich“ so Rosenblyum.

Ein Eisbrecher auf dem Neva Fluss vor der Peter und Paul-Festung in St. Petersburg. Archivbild von Januar 2007.
Ein Eisbrecher auf dem Neva Fluss vor der Peter und Paul-Festung in St. Petersburg. Archivbild von Januar 2007.

Ein weiterer Grund, warum manche Russen momentan europäische Länder meiden, sei die Flüchtlingskrise.

„Viele Resorts sind voller Flüchtlingscamps – an den Küsten Italiens und Griechenlands. Und jeder Tourist ist für seine eigene Sicherheit verantwortlich“, sagt Professorin Galina Dekhtyar von der Russischen Präsidialen Akademie für Volkswirtschaft und Öffentliche Verwaltung.

In der Peter und Paul Festung wird dagegen auch gern mal sonnengebadet - auch im Winter, wie hier im März 2010.
In der Peter und Paul Festung wird dagegen auch gern mal sonnengebadet - auch im Winter, wie hier im März 2010.

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