Verstärkung für Nationalelf: „Schalke“-Verteidiger Neustädter holt russischen Pass in Moskau ab

Verstärkung für Nationalelf:  „Schalke“-Verteidiger Neustädter holt russischen Pass in Moskau ab
Kurz vor den Weihnachtstagen ist der Verteidiger des Bundesligisten „Schalke 04“, Roman Neustädter, nach Moskau gereist, um seinen frisch ausgestellten russischen Pass abzuholen. Neustädter hat auf Nachfrage explizit betont, dass er gerne für die russische Nationalelf spielen will. Medienberichten zufolge sollen noch weitere Bundesliga-Spieler eingebürgert werden, um die russische Nationalmannschaft zu verstärken.

Der 27-jährige Zögling des FC „Mainz 05“ wurde in Dnepropetrowsk geboren, lebt aber schon seit langem in Deutschland und macht gerade seine 7. Saison in der höchsten Spielklasse des Landes durch. Drei Jahre lang kickte Neustädter für „Borussia Mönchengladbach“, um später nach Gelsenkirchen zu ziehen. Derzeit spielt er seine 4. Saison beim FC „Schalke 04“.

Das Gerücht, der russische Fußballbund interessiere sich für den Kicker aus Deutschland, machte die Runde, nachdem der russische Sportminister und Präsident des russischen Fußballbundes, Witali Mutko, und der Coach der einheimischen Nationalelf, Leonid Sluzki, dafür plädiert haben, ausländische Kicker einzubürgern und dadurch die russische Auswahl zu stärken.

Neustädter, der sich in dieser Saison im defensiven Mittelfeld auszeichnete, freute sich auf die Chance, für das russische Nationalteam zu spielen:

„Wenn man mich einlädt, bin ich natürlich bereit. Das ist eine Chance für mich, ich würde mich freuen, sollte man mich in die russische Auswahl einladen.“

Gefragt nach seiner Einschätzung der derzeitigen Leistungsstärke der russischen Nationalelf erwiderte er:

„Das jetzige Team ist ziemlich gut. Dort spielen viele erfahrene Profis. Der Fußball entwickelt sich im Land schnell, leistungsstarke ausländische Spieler sind angesehen, sie helfen ihren Partnern das Niveau steigern. Unter den russischen Fußballspielern möchte ich Schirkow hervorheben. Mir gefällt sehr, wie er an der linken Verteidigungsflanke und im Mittelfeld agiert. Solide spielen darüber hinaus die erfahrenen Brüder Beresuzki und Ignaschewitsch.“

Die russische Nationalelf - Bald verstärkt durch eingebürgerte Bundesliga-Profis?
Die russische Nationalelf - Bald verstärkt durch eingebürgerte Bundesliga-Profis?

Neustädter spricht ausgezeichnet Russisch, was mögliche Schwierigkeiten bei der Integration des Verteidigers in die russische Mannschaft wohl beseitigen wird. Was seine Rolle auf dem Feld betrifft, so galt Roman anfangs als Mittelfeldspieler, obwohl er sich in letzter Zeit immer öfter in der Defensive bewährte. 

Der für die zweite Mannschaft des FC „Schalke 04“ antretende „Zenit“-Zögling Alexei Gassilin meint, dass Neustädter in Zukunft Sergei Ignaschewitsch ersetzen könnte. „Ich kann als Stützspieler und Innenverteidiger fungieren. Wenn man sich für mich tatsächlich interessiert, bedeutet das, dass ich in diesen Positionen gefragt bin“, kommentierte Neutstädter.

Auf die Frage, ob er sich als Ablösung für die Brüder Beresuzki und Ignaschewitsch empfinde, antwortete Roman besonnen:

„Vielleicht hat man in Russland eben deswegen an mich gedacht? Zwar glaube ich, dass ich als Stützspieler besser agiere. Allerdings bin ich bereit, dort zu spielen, wohin mich der Coach anweist. Zumal ich in dieser Saison fast alle Spiele ausgerechnet in der Defensive durchgeführt habe. Ich glaube, in dieser Rolle bin ich nicht schlecht. Wenn man mich also als Verteidiger brauchen wird, werde ich gerne in der Defensive weitermachen.“

Interessant ist, dass Neustädter nach Informationen der Zeitschrift „Sport den sa dnjom“ (auf Deutsch „Sport Tag für Tag“) ins Blickfeld des russischen Champions „Zenit“ aus Sankt Petersburg geraten sein soll. Der russische Pass würde einen solchen Transfer erleichtern. Auf dem Konto des „Schalke“-Verteidigers sind zwar zwei Freundschaftstreffen im Bestand der Bundeself. Laut FIFA-Regelung darf der Fußballspieler dennoch in eine andere Auswahl wechseln, solange er für seine Mannschaft in keinen offiziellen Spielen angetreten ist.

Zudem kursieren Gerüchte, dass neben Neustädter einige weitere Bundesliga Kicker eingebürgert werden sollen. Unter ihnen soll auch der Bundesligaspieler Konstantin Rausch vom FC „Darmstadt 98“ sein. Rausch selbst zeigte sich an der Zusammenarbeit mit der russischen Auswahl interessiert.