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"Kultureller Rassismus": Türkei kritisiert "Charlie Hebdo"-Karikatur von Erdoğan

"Kultureller Rassismus": Türkei kritisiert "Charlie Hebdo"-Karikatur von Erdoğan
Der türkische Präsident Erdoğan und der französische Präsident Macron bei einer Konferenz in Istanbul am 27. Oktober 2018.
Die neue Ausgabe der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" macht sich über den türkischen Präsidenten lustig. Sein Kommunikationsdirektor wirft dem Blatt kulturellen Rassismus vor. Die "sogenannten Karikaturen" seien abstoßend und ohne menschliche Moral.

"Die anti-muslimische Agenda des französischen Präsidenten Emmanuel Macron trägt Früchte!", schrieb Fahrettin Altun, Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Ausgelegte ältere Ausgaben der

Die Karikatur auf der Titelseite der Mittwochausgabe von Charlie Hebdo war am Dienstagabend bereits online veröffentlicht worden. Sie zeigt den türkischen Präsidenten in weißem Oberteil und Unterhose auf einem Sessel sitzend. Er hält eine Dose in der Hand und hebt die Kleidung einer verschleierten Frau hoch, um ihr nacktes Hinterteil zu enthüllen. "Ohh! Der Prophet!", heißt es dazu in einer Sprechblase. Die Seite ist betitelt: "Erdoğan: Privat ist er sehr lustig".

Ankara kündigte bereits diplomatische und rechtliche Schritte im Zusammenhang mit der Karikatur an. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu leitete die Staatsanwaltschaft eine offizielle Untersuchung ein. 

Die Stimmung zwischen Frankreich und der Türkei ist seit Tagen angespannt. Auslöser waren die Äußerungen Macrons nach dem Tod von Samuel Paty, einem Lehrer, der von einem mutmaßlichen Islamisten nahe Paris enthauptet wurde. Der französische Staatschef hatte mehrfach die Meinungsfreiheit und das Veröffentlichen von Karikaturen verteidigt. Der Lehrer hatte im Unterricht Mohammed-Karikaturen als Beispiel für Meinungsfreiheit gezeigt. Vor allem streng gläubige Muslime lehnen eine bildliche Darstellung des Propheten ab und empfinden sie als beleidigend. 

Mehrere arabische Regierungen kritisierten die Haltung Macrons. Erdoğan hatte dazu aufgerufen, französische Waren zu boykottieren, und griff Macron persönlich an. Er empfahl dem französischen Staatschef unter anderem, seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen.

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