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Friedhof für abgetriebene Föten in Rom entdeckt – Grabkreuze tragen volle Namen der Mütter (Video)

Friedhof für abgetriebene Föten in Rom entdeckt – Grabkreuze tragen volle Namen der Mütter (Video)
Kreuze aus Metall und Holz auf Parzelle 108 des Flaminio-Friedhofs in Rom: Sie tragen Namen von Frauen, die dort nicht begraben wurden, sondern die sich für eine legale Abtreibung entschieden haben. Bestattet wurden dort ihre abgetriebenen Föten.
Eine zufällige Entdeckung sorgt in Italien für Entsetzen und Diskussionen. Auf einem Friedhof in Rom wurden abgetriebene Föten unter den Namen ihrer Mütter beerdigt, jedoch ohne dass die betroffenen Frauen darüber Bescheid wussten. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

Der Schock muss groß gewesen sein: Eine Frau entdeckte auf einem Friedhof in Rom ein Grabkreuz mit ihrem Vor- und Nachnamen. Entsetzt veröffentlichte sie vor wenigen Wochen ein Foto davon auf Facebook. Weitere Frauen berichteten kurz darauf von der gleichen Erfahrung. Auch sie entdeckten ebenfalls ein Eisenkreuz, auf dem ihr vollständiger Name steht. Es handelt sich hierbei um Grabstätten für abgetriebene Föten auf dem Flaminio-Friedhof im Norden der italienischen Hauptstadt.

Eine der betroffenen Frauen ist Francesca, die gegenüber den Medien nur ihren Vornamen nennen will. Sie habe im Jahr 2019 eine therapeutische Abtreibung gehabt und ohne ihr Wissen wurde der Fötus auf dem Friedhof in Rom begraben. Ihr Vor- und Nachname wurden auf das Kreuz geschrieben. Nur zufällig habe sie das Grab ihrer Tochter entdeckt.

Wie Francesca haben kürzlich zahlreiche Frauen in ganz Italien erfahren, dass ihre Föten beigesetzt worden waren, oft nach katholischem Ritus. Ohne das Wissen der Frauen und ihre Zustimmung. Dies ist inzwischen ein heftig diskutiertes Thema im Land. Die betroffenen Frauen hatten eine Fehlgeburt, einen Schwangerschaftsabbruch oder eine therapeutische Abtreibung. Gegenüber Medien sagten einige aus, sie fühlten sich nun an den Pranger gestellt und in ihren Rechten verletzt. Frauenorganisationen wiesen darauf hin, dass solche Aktionen auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen abzielten.

Papst Franziskus bei einer Messe in Rakovski, Bulgarien, 6. Mai 2019.

Seit dem Bekanntwerden des Skandals sollen sich allein bei der italienischen Frauenrechtsorganisation Differenza Donna rund Hundert Betroffene gemeldet haben, die in einem der Krankenhäuser in Rom eine Abtreibung vornehmem ließen. Elisa Ercoli, Präsidentin von Differenza Donna, sagte:

Wir sind der festen Überzeugung, dass in dieser Affäre eine schwerwiegende Verletzung der Rechte der Frauen stattgefunden hat. Alle fühlten sich in ihren Bürgerrechten und in ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt, und alle fühlten sich in ihrer Religionsfreiheit verletzt.

Ercoli reichte demnach eine Klage bei der Staatsanwaltschaft ein. Auch der Datenschutzbeauftragte soll laut Medienberichten eine Untersuchung eröffnet haben. 

In dem katholisch geprägten Land ist seit dem Jahr 1978 per Gesetz eine Abtreibung in den ersten 90 Tagen der Schwangerschaft erlaubt. Ärzte dürfen den Eingriff jedoch aus Gewissensgründen verweigern und etwa 70 Prozent der Gynäkologen machen von diesem Recht Gebrauch.

Bei der Frage der Bestattung des Fötus ist die rechtliche Lage in Italien sehr komplex. Föten bis zu einem Alter von 19 Wochen dürfen die Krankenhäuser verbrennen. Die Föten, die älter seien als drei Monate, können nach italienischem Recht begraben werden. Dafür ist aber die Erlaubnis der Mutter erforderlich. Falls sie die Bestattung verweigert, kann eine sogenannte karitative Beerdigung durchgeführt werden. Solche werden oft von katholischen Verbänden organisiert. Die gesetzlichen Normen diesbezüglich sind in Italien unterschiedlich und weichen von Region zu Region oder von Stadt zu Stadt ab. In Rom etwa müssen in diesem Fall die Mutter beziehungsweise die Eltern darüber benachrichtigt und ihre Personalien vertraulich behandelt werden.

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