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Venus stiehlt Merkur die Show – Forscher hoffen auf Erkenntnisse vom Fly-by auf dem Weg zum Merkur

Venus stiehlt Merkur die Show – Forscher hoffen auf Erkenntnisse vom Fly-by auf dem Weg zum Merkur
Der Planet Venus in einer digitalen Nachstellung (Symbolbild)
Am Donnerstag wird eine Raumsonde auf dem Weg zum Merkur die Venus passieren. Hierbei hoffen Forscher auf neue Erkenntnisse über Signale für mögliches Leben auf dem Planeten. Die Venus stand schon früh in der Menschheitsgeschichte im Fokus von Beobachtungen.

Der Zwillingsplanet der Erde, die Venus, ist momentan in aller Munde und stiehlt sogar der Hauptmission einer europäisch-japanischen Sonde, dem Planeten Merkur, die Show: Am kommenden Donnerstag wird die Raumsonde BepiColombo auf ihrem Weg durch das Sonnensystem in Richtung Merkur die Venus passieren. Hierbei sollen Forscher insgeheim auch darauf hoffen, weitere Erkenntnisse über mögliche Lebenszeichen auf der Venus zu gewinnen. Erst im vergangenen Monat wurde bekannt gegeben, dass innerhalb der Venusatmosphäre das Gas Monophosphan entdeckt wurde. Das Gas, das auf der Erde vor allem durch biologische Prozesse entsteht, hatte zu weitreichenden Spekulationen geführt.

Giftiges Gas könnte auf Leben in der Venus-Atmosphäre hinweisen

Die BepiColombo passiert die Venus hauptsächlich, um durch die Gravitation des Planeten ihre Geschwindigkeit auf ihrem Weg zum Merkur abzubremsen. Benannt nach dem italienischen Mathematiker Giuseppe Colombo, der sich um die Merkurerkundung verdient gemacht hatte, soll die BepiColombo durch eine Vielzahl an Messungen und Beobachtungen eine umfassende Beschreibung des Merkurs und seiner Geschichte liefern. Die Sonde ist Teil einer Kooperation zwischen der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA.

Die BepiColombo wird die Venus am Donnerstag zunächst in voraussichtlich 11.000 Kilometern Entfernung passieren, dann erneut, im August 2021, mit einer Distanz von "nur" 550 Kilometern. Die Venus zählt als Zwillingsplanet der Erde, da Größe, Masse, Dichte sowie der innere Aufbau annähernd übereinstimmen. Durch einen stärkeren sogenannten "Treibhauseffekt" herrschten auf der Oberfläche jedoch Temperaturen von mehreren Hundert Grad Celsius, "höllische Temperaturen", wie auch Dmitri Rogosin, Leiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskomos, mitteilte. Die damalige Sowjetunion brachte mit der Venera-7-Sonde am 15. Dezember 1970 die erste weiche Landung auf der Venus (und damit die erste weiche Landung auf einem fremden Planeten) zustande und konnte nach der Landung etwa 23 Minuten lang von der Oberfläche Daten übertragen.

Helmut Reuter von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) beschreibt, wie die Venus in letzter Zeit eher "stiefmütterlich" behandelt wurde. Der als Morgen- sowie Abendstern in Erscheinung tretende Planet wird von Reuter außerdem als "Planet der Liebe" bezeichnet. Diese kurz greifende Beschreibung geht auf die zahlreichen Mythen, Kulte, Religionen und Kulturen zurück, die vor allem in vorchristlicher Zeit in Verbindung zur Venus standen.

Als römische Gottheit verkörperte die Venus Liebe, Schönheit, Fruchtbarkeit und (sexuelles) Verlangen. Einigen Legenden zufolge gilt sie als Mutter des trojanischen Helden Aeneas, der wiederum als Stammvater der Römer gilt.

Bereits in der griechischen Mythologie findet sich ein Pendant zur römischen Venus: Aphrodite. Auch Aphrodite verkörpert als griechische Gottheit ähnliche Eigenschaften, beispielsweise Liebe, Schönheit oder sexuelle Begierde, und galt als Schutzherrin der Fruchtbarkeit und Fortpflanzung.

(Symbolbild) Wie lebt es sich auf anderen Planeten? Im Jahr 2017 fanden Forscher sieben Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, die den gleichen Stern umrunden und einige Voraussetzungen für Leben erfüllen.

Ebenfalls als Göttin der Fortpflanzung und Liebe, aber auch als Göttin des Krieges galt lange zuvor die von den Sumerern verehrte mesopotamische Göttin Inanna, die ebenfalls mit dem Planeten Venus in Verbindung gebracht wurde. In späteren Zeiten, bei den Akkadiern und Babyloniern, setzte sich die Venusverehrung weiter fort; unter der Bezeichnung Ištar, dem akkadischen Namen der sumerischen Gottheit Inanna.

Ein Überbleibsel der "babylonischen Astrologie" bieten die sogenannte "Venus-Tafeln von Ammi-saduqa", die im British Museum in London ausgestellt werden. Diese Tafeln stellen das älteste Schriftdokument zur Beobachtung von Planeten dar. Basierend auf Angaben des babylonischen Mondkalenders werden hier die Sichtbarkeitsdaten der Venus festgehalten und die synodische Umlaufzeit der 584-Tage-Periode der Venus dokumentiert; also die Zeitspanne, die vergeht, bis der Planet aus Beobachtersicht relativ zur Sonne wieder dieselbe Position erreicht. Über einen fast auf den Tag genauen Acht-Jahres-Zyklus entsteht so (bei korrekter Beobachtung) das sogenannte "Venus-Pentagramm".

In Deutschland ist das "Ischtar-Tor" im Berliner Pergamonmuseum zu bewundern. Das Tor, das Teil der Stadtmauern um die babylonische Hauptstadt Babylon war und von Symbolen der Ištar, Ischtar oder Inanna geschmückt ist, zählt zu den sieben Weltwundern der Antike.

Schon seit geraumer Zeit also steht die Venus als der Nachbarplanet der Erde unter Beobachtung und ist als hellstes Objekt im Himmel ein gern gesehener Gast beim (romantischen) Blick in den Morgen- oder Abendhimmel.

Nach den Unternehmungen des sowjetischen Venera-Programms, das als einziges Raumfahrtprogramm mehrere Sonden bis zur erfolgreichen Landung, Bild- und Datenübertragung auf die Venusoberfläche gebracht hatte, wurde es relativ still um Missionen, die die Venus als Ziel hatten. Oftmals wird nur der Vorbeiflug an der Venus zu anderen Zielen dokumentiert, wie beispielsweise von der US-Jupiter-Sonde der NASA "Galileo", die am 18. Oktober 1989 Richtung Jupiter startete und vom Fly-by (dem Vorbeiflug) an der Venus Aufnahmen lieferte.

Insgesamt sind 36 Raumsonden in den Jahren von 1961 bis 2010 gestartet worden, die die Venuserforschung als Mission hatten. Davon waren 28 sowjetischer Herkunft, sechs amerikanischer Herkunft sowie eine europäische und eine japanische Sonde.

Die neuesten Erkenntnisse über die Venus sorgen jedoch für ein erhöhtes Interesse an neuen Missionen. NASA-Chef Jim Bridenstine zeigte sich auf Twitter äußert begeistert von den Funden und sprach davon, dass es an der Zeit wäre, der Venus Priorität einzuräumen.

Auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA zeigt sich interessiert an Berichten über die Venus:

Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt erklärt man, dass es gut möglich sein könne, "dass die Venus in früheren Phasen lebensfreundlicher war". Allerdings hätten sich Venus und Erde bei allen Ähnlich- und Gemeinsamkeiten völlig anders entwickelt.

Um mehr über die Venus und ihre Geschichte herauszufinden, werden nun beispielsweise von russischer Seite erneute Missionen geplant: "Zieht man die Wichtigkeit der Venus für die Wissenschaft in Betracht, werden wir möglicherweise mehrere Missionen zur Venus starten", äußerte Lew Seljoni, der bis 2018 Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Russischen Akademie der Wissenschaften war.

Momentan befindet sich nur eine einzige Sonde in der Nähe zur Venus. Die Sonde, die die Venus umkreist, um dort vor allem die Atmosphäre und das Klima zu untersuchen, stammt von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA und trägt den Namen Akatsuki (Morgendämmerung).

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