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China-Kritiker rufen zu Boykott von "Mulan" auf

China-Kritiker rufen zu Boykott von "Mulan" auf
Im südkoreanischen Seoul fordern Unterstützer der Hongkong-Proteste den Boykott des neuen "Mulan"-Films.
Aktivisten rufen in sozialen Medien zum Boykott des neuen Disneyfilms "Mulan" auf. Sie nehmen Anstoß an den Drehorten des Films sowie der Zusammenarbeit von Disney mit den chinesischen Behörden. Auch die Hauptdarstellerin Liu Yifei wird kritisiert.

Die Neuauflage des Disney-Zeichentrickfilms "Mulan" erhitzt derzeit die Gemüter in den sozialen Medien. Aktivisten rufen zum Boykott des Films auf. Der gleichnamige Zeichentrickfilm erzählt eine jahrhundertealte Legende aus China über das Leben einer jungen Frau namens Mulan, die anstelle ihres Vaters für den Kaiser in den Krieg zieht. Er kam im Jahr 1998 in die Kinos und wird nun über 20 Jahre später als Realfilm neu inszeniert. Erscheinen sollte er ursprünglich am 26. März. Wegen der Auswirkungen durch das Coronavirus wurde der Start allerdings immer wieder verschoben.

Seit zwei Wochen können Abonnenten des Streamingdienstes Disney+ den Film in Deutschland sehen. Allerdings müssen sie dafür zusätzlich zum allgemeinen Abopreis noch eine Gebühr von 21,99 Euro zahlen, um einen "VIP-Zugang" zu erhalten. Der Protest richtet sich allerdings nicht gegen die saftige Gebühr. China-Kritiker nehmen Anstoß an den Drehorten des Films sowie der Zusammenarbeit von Disney mit den chinesischen Behörden. Auch die Hauptdarstellerin Liu Yifei hatte sich mit ihren Äußerungen bei Unterstützern der Hongkong-Protestbewegung unbeliebt gemacht.

Kritik an Hauptdarstellerin

Erste Boykottaufrufe gab es bereits im vergangenen Jahr, als sich Yifei im chinesischen Netzwerk Weibo äußerte. Sie unterstütze die Polizei, schrieb sie darin. Besonders verärgert zeigten sich die meisten Kommentatoren darüber, dass Liu Yifei seit Jahren selbst in den USA lebt. Sie kommentierten, es sei ein Leichtes, sich über die Protestierenden in der Sonderverwaltungszone Hongkong zu erheben und das repressive Regime Chinas aus der Ferne gutzuheißen.

Eine Petition wurde ins Leben gerufen: "Stop Disney Profiting from the Uyghur Genocide", zu Deutsch: "Stoppt Disney, vom Uiguren-Völkermord zu profitieren!" Teile des Films wurden in der chinesischen Provinz Xinjiang gedreht. Dort hat die chinesische Regierung sogenannte Umerziehungslager für die ethnische Minderheit der Uiguren eingerichtet. Disney bedankt sich im Abspann des Films bei den westchinesischen Sicherheitsbehörden. Ein Affront für die Aktivisten.

Die Boykottaufrufe scheinen von Erfolg gekrönt zu sein: "Nun droht 'Mulan' auch finanziell zum Reinfall zu werden. Der mehr als 200 Millionen Dollar teure Film hat am ersten Wochenende weltweit nur 5,9 Millionen Dollar eingenommen. Die Abrufe über Video-on-Demand laufen schleppend", schreibt ein Nutzer in seinem Tweet:

Für Disney kommt die Kritik zur Unzeit. Das Filmstudio dürfte große Hoffnungen auf den Film gesetzt haben. Während Hollywood unter den Rückgängen von Kinoticketverkäufen und der Konkurrenz durch Streamingdienste wie Netflix leidet, wächst der Kinomarkt in China. Im Umsatz hat er 2018 den der USA von Platz eins verdrängt. Seit Jahren engagieren amerikanische Filmemacher vermehrt chinesische Schauspieler, verlegen Drehorte nach China und lassen chinesische Geschichten in Filme einfließen, um die Chance auf einen Erfolg in dem Land zu erhöhen. Gleichzeitig werden Drehbücher umgeschrieben, um rote Linien Pekings zu umgehen und den chinesischen Zensoren zu gefallen.

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