icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

"Nichts in diesen Baracken war legal": Polizeikaserne in Italien beschlagnahmt, Offiziere verhaftet

"Nichts in diesen Baracken war legal": Polizeikaserne in Italien beschlagnahmt, Offiziere verhaftet
Die italienische Polizei hat sieben Carabinieri wegen des Verdachts auf Drogenschieberei, Erpressung und Folter verhaftet.
Im italienischen Piacenza wurden sechs Offiziere der Carabinieri festgenommen. Sie werden dringend einer Reihe von Verbrechen verdächtigt – Drogenhandel, unrechtmäßige Festnahmen, Folter. Eine komplette Polizeikaserne wurde im Laufe der Ermittlung geschlossen und beschlagnahmt.

Ein massiver Skandal erschüttert Italien: In der norditalienischen Stadt Piacenza wurden sechs Offiziere der Carabinieri in Gewahrsam genommen und einer unter Hausarrest gestellt. In der jüngeren italienischen Geschichte beispiellos: Die Staatsanwaltschaft ließ die örtliche Carabinieri-Kaserne zur Ermittlung gegen die von dort aus operierenden Offiziere schließen und in Beschlag nehmen. Die leitende Staatsanwältin von Piacenza, Grazia Pradella, spricht über "schockierende Verbrechen". Sie kommentierte gegenüber Journalisten:

Symbolbild

Nichts, was in diesen Baracken vor sich ging, war legal.

Von allen Carabinieri des Standortes war genau ein einziger nicht an den Verbrechen beteiligt.

Die Carabinieri sind eigentlich eine Teilstreitmacht des italienischen Militärs, die aber auch als Gendarmerie mit zahlreichen zivilen Polizeiaufgaben betraut ist. Also beschlossen die Festgenommenen offenbar, ihren Status als Strafverfolger zu missbrauchen, um auf illegale Art Gewinne zu erzielen. Den sieben Angeklagten wird vorgeworfen, als Grossisten lokale Dealer mit Drogen versorgt und ihnen Schutz gewährt zu haben. Des Weiteren sollen sie Menschen unrechtmäßig verhaftet und gefoltert haben – das verglich Pradella mit den Methoden der berüchtigten italienischen Mafia-Syndikate.

Weitere Anklagepunkte, die nach einer sechsmonatigen Untersuchung gegen sie erhoben wurden, sind Erpressung, schwere Körperverletzung, Veruntreuung, Amtsmissbrauch und Betrug.

Spätestens seit 2017 trieben die Beamten ihr Unwesen und kamen unbemerkt davon – selbst die Coronavirus-Pandemie konnte ihre Pläne nicht durchkreuzen: Immer wenn die Carabinieri sich während der Quarantäne durch die Stadt bewegten, unterschrieben sie Erklärungen, denen zufolge sie lediglich die als Drogendealer bekannten Personen kontrollierten. So verbargen sie erfolgreich ihren regen Drogenhandel. Die Staatsanwältin kommentierte entrüstet:

Italienische Zollfahnder sichern den gewaltigen Drogenfund.

Während die Stadt Piacenza ihre vielen Coronavirus-Toten zählte, lieferten diese Carabinieri Drogen an Dealer, die aufgrund der Anti-COVID-Maßnahmen auf dem Trockenen saßen.

Italiens Verteidigungsminister Lorenzo Guerini versuchte, die Wellen zu mildern, die der Skandal schlug. Er prangerte die Handlungen der Verdächtigen als "unsägliche Verbrechen" an, warnte jedoch davor, die Entdeckungen nicht auf das Image der Truppe im Allgemeinen zu übertragen. Das Korps bestehe aus Hunderttausenden engagierter Männer und Frauen, die ihr Bestes täten, um die Italiener zu schützen, betonte er. Das Carabinieri-Kommando habe sofort alle Verdächtigen suspendiert und angekündigt, "strenge Disziplinarmaßnahmen" gegen sie zu erwägen.

Die Provinz Piacenza hat die dritthöchste COVID-19-Todesrate in Italien, während Piacenza-Stadt selbst mit am schwersten von der Pandemie getroffen wurde.

Mehr zum Thema – "Coronahilfspaket" für die Ärmsten: Jobcenter verhängen wieder Sanktionen gegen Hartz IV-Bezieher

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen