Gesellschaft

Tod von Nikita Chruschtschows Sohn in den USA – Polizei spricht von Kopfschuss, Witwe widerspricht

Sergei Chruschtschow, Sohn des sowjetischen Regierungschefs Nikita Chruschtschow, ist tot. Die Umstände sind seltsam: Die US-Polizei spricht von einem Kopfschuss als Todesursache, doch die Witwe dementiert und erklärt, ihr Mann sei eines natürlichen Todes gestorben.
Tod von Nikita Chruschtschows Sohn in den USA – Polizei spricht von Kopfschuss, Witwe widersprichtQuelle: Sputnik

Sergei Chruschtschow, Sohn des KPdSU-Generalsekretärs der Jahre 1953-1964 Nikita Chruschtschow, wurde in der letzten Woche bei sich zu Hause in Cranston im US-Bundesstaat Rhode Island tot aufgefunden. Nun schreiben Medien von einer Schusswunde am Kopf, die bei der Autopsie festgestellt worden sein soll, und verweisen auf Sprecher der verantwortlichen Organe des Bundesstaates. Allerdings dementierte Valentina Golenko, Witwe des in den 1990er-Jahren in die USA emigrierten Konstrukteurs für Weltraumsysteme, im Gespräch mitRIA Nowosti alle Behauptungen, denen zufolge ihr Mann der Schusswunde anheimgefallen sein soll. Auch sie verwies dabei auf einen Autopsiebericht; zudem spricht sie von einer langen Krankheit ihres Mannes: "Hören Sie mir bloß auf mit diesen Gerüchten. Er ist an Altersschwäche gestorben – genau wie der Autopsiebericht besagt. Er war die letzten zwei Jahre krank."

Doch Joseph Wendelken, Sprecher des Staatsbüros von Rhode Island für forensische Medizin, betonte unmissverständlich: Der Tod des 84-Jährigen sei infolge einer Schusswunde am Kopf erfolgt, schreibt  Associated Press.

Am 18. Juni habe die Polizei einen Anruf von Golenko bekommen – und ausgerechnet sie soll gemeldet haben, dass ihr Mann eine Schusswunde am Kopf habe. Vor Ort angekommen, konnten die Beamten jedoch nur den Tod von Sergei Chruschtschow feststellen. Die Ermittlungen im Todesfall seien geschlossen worden, in diesem Fall seien auch keine Anklagen erhoben worden, so Major Todd Patalano von der Polizei von Cranston.

Manche Medien schließen aus den vorliegenden Fakten auf einen Unfall beim Hantieren einer Schusswaffe oder aber einen Selbstmord.

Im Januar dieses Jahres wurde die erste Ehefrau von Sergei Chruschtschow, Galina Schumowa, mit der er bereits in den 1970er-Jahren länger in den USA gelebt hatte, in ihrer Moskauer Wohnung tot aufgefunden; Anzeichen für Gewalteinwirkung wurden nicht gefunden, berichtet  RIA Nowosti.

Sergei Chruschtschow war als Konstrukteur an der Entwicklung von Landungssystemen für Weltraumfahrzeuge und der Trägerrakete "Proton" sowie an Lenkungssystemen für Mondfahrzeuge, diverse ballistische Raketen und Marschflugkörper beteiligt.

Er hielt seit dem Jahr 1991 an der Brown University Vorträge über den Kalten Krieg und war seit dem Jahr 1999 US-Bürger. Der ehemalige Konstrukteur soll in einem Interview die Hoffnung geäußert haben, dass sein Vater Nikita Chruschtschow Verständnis für seine Entscheidung für die US-Staatsbürgerschaft gehabt hätte, wenn er noch am Leben gewesen wäre.

Nikita Chruschtschow erlangte weltweit vor allem durch seine Rolle bei der Kubakrise Bekanntheit.

Mehr zum Thema – Moskauer Konferenz zur nuklearen Nichtverbreitung: Kubakrise 2.0 läuft bereits

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team