icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Serbien: Nur elf Prozent für einen NATO-Beitritt

Serbien: Nur elf Prozent für einen NATO-Beitritt
Serbiens Flaggen vor dem Parlamentsgebäude in Belgrad: Laut einer Umfrage seien lediglich 11 Prozent in Serbien dafür, dass ihr Land dem Militärbündnis NATO beitritt.
Wie stehen Bürger in Serbien 21 Jahre nach dem völkerrechtswidrigen NATO-Einsatz in Jugoslawien zu einem Beitritt ihres Landes dem Militärbündnis gegenüber? Würden sie eine Entschuldigung akzeptieren? Das Resultat einer Analyse fiel recht eindeutig aus.

Auch heute noch kann man in den Straßen der serbischen Hauptstadt auf zerstörte Gebäude treffen, die vom NATO-Einsatz vor 21 Jahren zeugen. So etwa mehrere Häuser in der Belgrader Innenstadt, wie etwa die Ruinen vom Innen- und Verteidigungsministerium. Die Bombentreffer hatten sie praktisch entkernt.

FRAGEN BLEIBEN: ETHNISCHE ALBANER TRAGEN VIERZIG SÄRGE FÜR DIE OPFER DES ANGEBLICHEN SERBISCHEN MASSAKERS, 11. März 1999

Am 24. März 1999 begannen 19 NATO-Mitgliedsstaaten militärische und zivile Ziele in der damaligen Bundesrepublik Jugoslawien zu bombardieren. Rund 2.000 Menschen – davon 79 Kinder – wurden in den 78 Tagen getötet. Die Operation des westlichen Militärbündnisses fand ohne UN-Mandat statt. Als Begründung nannte man, eine humanitäre Katastrophe in der serbischen Provinz Kosovo und Metochien verhindern zu wollen. Dort kämpften serbische Polizei- und Streitkräfte gegen die sogenannte "Kosovo-Befreiungsarmee" (UÇK), die vor allem aus den USA breite Unterstützung bekam. Im benachbarten Albanien organisierten die USA für die Kämpfer etwa Trainingslager und rüsteten sie auf.

Meine amerikanischen Mitbürger, heute haben sich unsere Streitkräfte den Luftangriffen unserer NATO-Verbündeten auf serbische Streitkräfte angeschlossen, die für die Brutalität im Kosovo verantwortlich sind. Wir haben aus mehreren Gründen mit Entschlossenheit gehandelt: Wir haben gehandelt, um Tausende unschuldiger Menschen im Kosovo vor einer wachsenden militärischen Offensive zu schützen", hatte etwa am Tag des Beginns der Operation der damalige US-Präsident Bill Clinton gesagt.

Nun, 21 Jahre später, zeigt eine Umfrage deutlich, wie die Bevölkerung in Serbien zu dem Militärbündnis steht. Rund 77 Prozent sind gegen einen NATO-Betritt ihres Landes. Nur elf Prozent sprechen sich dafür aus, zwölf Prozent zeigen sich unentschlossen.

Das Hauptquartier der jugoslawischen Streitkräfte im Zentrum von Belgrad. Das Gebäude wurde im Zuge der NATO-Luftangriffe im Jahr 1999 zerstört. Das Foto wurde im Juni 2006 aufgenommen. Die Ruine steht bis zum heutigen Tage.

Fast 70 Prozent (69,1) der Befragten würden eine Entschuldigung für die Bombardierungen seitens der Militärallianz nicht annehmen. Die ablehnende Haltung ist vor allem bei den Befragten unter 45 Jahren sehr verbreitet. Rund ein Fünftel würde die Entschuldigung akzeptieren, während rund neun Prozent noch unentschlossen sind.

Fast 65 Prozent sind der Meinung, dass eine Mitgliedschaft in der Allianz für Serbien keinerlei Vorteile hätte. Nur 19,5 Prozent sind anderer Meinung, während 15,7 Prozent unentschlossen sind. Die Einstellung, dass eine Mitgliedschaft keinerlei Vorteile fürs Land haben würde, war mehr bei Männern als Frauen zu verzeichnen. Rund 57 Prozent sind auch gegen ein Kooperationsverhältnis mit der NATO.

Die Hälfte der Befragten vertreten die Meinung, dass die Zeit immer noch nicht reif sei für eine Versöhnung. Nur rund 35 Prozent sind diesbezüglich anderer Meinung, während 12,7 Prozent unentschlossen sind.

Die repräsentative Umfrage wurde seitens des Belgrader Instituts für Europäische Angelegenheiten zwischen dem 6. und 12. März durchgeführt. Befragt wurden 1.203 Bürger aus ganz Serbien (Kosovo ausgenommen). 

Mehr zum ThemaUS-Botschaft in Serbien fordert: Waffenkäufe aus Russland einstellen – Sanktionen angedroht

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen