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Spanien und Corona: Leichen zwischen lebenden Senioren im Pflegeheim – keine Spur vom Pflegepersonal

Spanien und Corona: Leichen zwischen lebenden Senioren im Pflegeheim – keine Spur vom Pflegepersonal
Mitglieder der Militärischen Notstandseinheit (UME) betreten ein Pflegeheim, um Desinfektionsverfahren durchzuführen, Madrid, Spanien, am 23. März 2020 .
Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas. Laut der Johns-Hopkins-Universität gibt es aktuell landesweit mehr als 35.000 Infizierte und über 2.300 Tote. Was Soldaten in einem Altenheim in Madrid vorfanden, macht sprachlos.

Bei der Desinfektion von Pflegeheimen im Zuge der Corona-Krise haben Soldaten in Spanien in mehreren Residenzen tote Senioren entdeckt. Die Leichen seien offensichtlich länger unbemerkt geblieben, berichteten die Zeitung El Mundo, der staatliche Fernsehsender RTVE und andere Medien am Montag unter Berufung auf die Militärische Nothilfeeinheit UME.

Verkehrsminister José Luis Ábalos bestätigte anschließend auf einer Pressekonferenz in Madrid die Berichte. Man habe noch wenige Informationen. Gegebenenfalls werde die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnehmen, so Ábalos

Eine Krankenschwester spricht auf der Intensivstation des Krankenhauses Oglio Po in Cremona mit einem Patienten, der an der vom Coronavirus verursachten Krankheit COVID-19 leidet. (Bild vom 19. März 2020)

Verteidigungsministerin Margarita Robles hatte vor den Berichten schon morgens im TV-Sender Tele5 gesagt, Soldaten hätten in Heimen Senioren gesehen, "die völlig verlassen, wenn nicht sogar tot auf ihren Betten" lagen. Man werde gegen die Verantwortlichen für solche Missstände in den Heimen "unerbittlich vorgehen".

In der vergangenen Woche hatten mehrere Horrorberichte die Spanier erschüttert: Innerhalb weniger Tage starben etwa in der Residenz Monte Hermoso in Madrid 20 Insassen, in einem Heim in Ciudad Real gab es 15 Tote. Bei den meisten Verstorbenen wurde eine Corona-Infektion festgestellt. Auch in anderen Seniorenheimen in Madrid und ganz Spanien starben zahlreiche infizierte Senioren.

Auf Antrag einer Patientenschutzorganisation leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen das Heim Monte Hermoso ein. Nach Angaben der Madrider Stadtverwaltung wurden in diesem Heim neben den Todesopfern mindestens 75 weitere Menschen – Insassen und Mitarbeiter – mit dem Covid-19-Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Angehörige von Insassen von Monte Hermoso und anderen Heimen sprachen von katastrophalen hygienischen Zuständen und Mangel an Schutzausrüstungen für das Pflegepersonal.

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