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Spannungen in der Ägäis – Türkei und Griechenland geraten aneinander

Spannungen in der Ägäis – Türkei und Griechenland geraten aneinander
Migranten winken und rufen nach einem gescheiterten Versuch, die griechische Insel Lesbos zu erreichen, während sich ihnen ein Schiff der türkischen Küstenwache nähert.
Vor wenigen Tagen öffnete die Türkei die Grenzen zur EU für Flüchtlinge. Seither kommt es zu teils dramatischen Szenen auch auf hoher See. Nun nehmen die Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland weiter zu.

In der östlichen Ägäis nehmen die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei zu. Griechische Medien veröffentlichten Videoaufnahmen, die zeigen, wie die türkische Wasserpolizei ein Boot der griechischen Küstenwache abdrängt und dabei gefährliche Manöver vollführt. Die Aufnahmen stammen nach griechischen Angaben vom Freitagmorgen.

Ein Migrant in der Nähe des Dorfes Skala Sikamias auf der Insel Lesbos, Griechenland, 6. März 2020.

Ein griechischer Wasserpolizist, der auf Lesbos stationiert ist, bestätigte der dpa am Samstag den Vorfall.

Die wollten uns rammen", erklärte er demnach.

Die Aggression in der Meerenge zwischen der Insel Lesbos und der nur wenige Seemeilen entfernten türkischen Westküste habe seit dem vergangenen Jahr zugenommen.

Aus türkischer Sicht ist das griechische Boot unbefugt in die eigenen Hoheitsgewässer eingedrungen und daher von der türkischen Küstenwache abgedrängt worden.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wies nach der Öffnung der Grenzen seines Landes zur EU die Küstenwache an, Flüchtlinge und Migranten nicht mehr mit Booten die Ägäis durchqueren zu lassen. Gemeint ist die Überfahrt nach Griechenland, also in die EU. Das ging aus einer am Freitagabend veröffentlichten Stellungnahme der türkischen Küstenwache hervor.

Illegale Migranten-Überfahrten durch die Ägäis sind wegen der Risiken nicht erlaubt", heißt es unter Berufung auf eine Anweisung des Präsidenten. Der Innenminister werde die Umsetzung überwachen.

Als Rücknahme der am vergangenen Samstag verkündeten einseitigen Öffnung der Grenzen zur EU für Flüchtlinge und andere Migranten scheint das jedoch nicht gemeint zu sein. Das "Prinzip der Nichteinmischung", wenn Migranten illegal das Land verlassen wollten, gelte weiter, heißt es in der Stellungnahme. Diese Herangehensweise decke aber wegen der "lebensbedrohlichen Gefahr" Seereisen nicht ab.

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In dem Text auf ihrer Webseite beschuldigt die türkische Küstenwache Griechenland, Flüchtlingsboote in Gefahr zu bringen. Sie habe am 5. März 97 Migranten von drei Booten gerettet, die von Griechenland halb gesunken zurückgelassen worden seien.

Griechenland verstößt mit seiner Haltung zu Migranten, die versuchen, die Ägäis zu überqueren, weiterhin gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht", hieß es seitens der türkischen Küstenwache.

Griechenland weist die Vorwürfe, Migranten zu misshandeln, kategorisch zurück.

Es gibt völlig falsche Beschuldigungen zu dem, was an der Grenze passiert", sagte der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis am Freitag in einem Fernsehi-Interview.

Es sei völlig inakzeptabel, beschuldigt zu werden, diese Menschen in Zeiten großer Not nicht anständig zu behandeln.

Griechenland hat während der gesamten Flüchtlingskrise seine Menschlichkeit bewiesen", so Mitsotakis.

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(rt deutsch/dpa)

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