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Polens Ex-Präsident Wałęsa kritisiert polnische Forderung nach Reparationszahlungen von Russland

Polens Ex-Präsident Wałęsa kritisiert polnische Forderung nach Reparationszahlungen von Russland
Der ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa bei einem Treffen mit Einwohnern der polnischen Stadt Bielsko-Biała.
Polens ehemaliger Staatspräsident Lech Wałęsa hat die polnische Regierung für ihre Forderung nach Reparationszahlungen von Russland kritisiert. Er rief die Führung seines Landes dazu auf, die Beziehungen zu Moskau zu verbessern, da beide Seiten davon profitieren würden.

Der ehemalige Präsident Polens Lech Wałęsa hat sich über die Forderung der aktuellen polnischen Regierung an die Russische Föderation nach Reparationszahlungen lustig gemacht. Eine entsprechende Aussage machte er in einem Interview mit dem Portal Sobesednik.ru. In dem Gespräch zweifelte er stark an der Angemessenheit der Reparationsforderungen des polnischen Außenministers Paweł Jabłoński gegenüber Russland. Wałęsa sagte:

Es ist das gleiche, als ob ich meine jungen Jahre zurückfordern würde. Doch sie sind schon vorbei. Es ist wichtig, vorwärts zu gehen.

Er betonte, dass von polnischer Seite Schritte unternommen werden sollten, um die Beziehungen zu Russland zu verbessern. Dafür sei es notwendig, in einen Dialog einzutreten. Der ehemalige Präsident hob hervor:

Die Lage der Beziehungen zwischen Russland und Polen ist unklar. Doch wenn die Menschen miteinander sprechen, kann man Probleme diskutieren und Lösungen für sie finden.

Wałęsa glaubt, dass Moskau und Warschau nur von guten Beziehungen zueinander profitieren können. Wenn man sich jedoch streite, profitiere eine dritte Partei. Jedenfalls liege Moskau immer noch näher an Warschau als Washington.

Zum Credo der PiS gehören der Aufbau einer breiten antirussischen Front anhand historischer Fragen und die Tilgung der Erinnerung an die guten Seiten der russisch-polnischen Geschichte. Auf dem Bild rechts: die Begrüßung der Roten Armee in Posen; links: der Abriss eines Sowjetdenkmals

Darüber hinaus sagte Wałęsa, dass er gerne zur Siegesparade nach Moskau kommen würde, falls er eine solche Einladung erhält. Der ehemalige Präsident kritisierte die polnischen Behörden außerdem dafür, dass sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht zum 75. Jahrestag der Befreiung des Nazi-Todeslagers Auschwitz-Birkenau einluden.

Zuvor erklärte der polnische Außenminister Jabłoński, dass sein Land ein "uneingeschränktes" Recht habe, von Russland eine Entschädigung für die Schäden zu verlangen, die Polen im Zweiten Weltkrieg zugefügt wurden.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich Polen den erlittenen Schaden ursprünglich selbst zuzuschreiben hat, da es sich während der Teilung der Tschechoslowakei mit Hitler verschwor und mit den Nazis sympathisierte, anstatt sich an der Organisation einer Anti-Hitler-Koalition zu beteiligen. In der Folge wurde Polen von Nazideutschland angegriffen.

In den Jahren von 1939 bis 1944 wurde Polen von den Nationalsozialisten besetzt und in ein Generalgouvernement umgewandelt. Zwischen 1944 und Anfang 1945 befreite die Rote Armee Polen nach schweren Kämpfen von den Nazis und stellte die polnische Souveränität wieder her. Außerdem bewahrte die Sowjetunion Polen unmittelbar nach der Befreiung vor einer Hungersnot.

Mehr zum Thema - "Besatzung durch die Sowjets"? Wie die Sowjetunion Polen nach dem Zweiten Krieg wiederaufbaute

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