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Österreich: Gläubige Eltern beten für todkrankes Kind, statt Arzt aufzusuchen – fünf Jahre Haft

Österreich: Gläubige Eltern beten für todkrankes Kind, statt Arzt aufzusuchen – fünf Jahre Haft
Symbolbild
Ein streng gläubiges Ehepaar aus Deutschland ließ eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung seiner schwerkranken Tochter nicht behandeln. Das Mädchen durfte selbst entscheiden, ob es ins Krankenhaus wollte oder nicht. Die 13-Jährige verneinte und starb kurz darauf.

Laut Anklageschrift litt die 13-Jährige an einer chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Im Sommer 2017 kam das damals schwerkranke Kind in lebensbedrohlichem Zustand auf Forderung des Jugendamtes in ein Krankenhaus, wo die die Diagnose gestellt wurde. Trotz Warnungen der Mediziner unterschrieb der Vater eine Erklärung, woraufhin das Mädchen in häusliche Pflege übergeben wurde. Die Eltern gaben an, in den Tagen danach Kontrolltermine bei Ärzten wahrgenommen zu haben. Danach sah das Kind keinen Mediziner mehr, soll den Eltern zufolge aber auch keine weiteren Gesundheitsprobleme gehabt haben. 

Als das Mädchen im September 2019 über Bauchschmerzen klagte, brachten die Eltern ihre Beschwerden zunächst mit der ersten Regelblutung in Verbindung. Doch der Gesundheitszustand der Tochter verschlechterte sich weiter. Am 17. September ist das Mädchen aus einem diabetischen Koma nicht mehr aufgewacht. Die Eltern beobachteten, wie ihre Tochter starb, verließen sich aber auf ihren Glauben. Der Vater soll seiner Tochter dennoch angeboten haben, zum Arzt zu fahren, "aber sie wollte nicht".

Der Angeklagte ist streng gläubig und Mitglied einer Freikirche. Er bezeichnet sich als Missionar und Prediger. Ihm zufolge setzen er und seine Frau generell lieber auf Gott als auf die Medizin. Die meisten Ärzte seien "ungläubig und daher keine Diener Gottes". Seine chronisch kranke Tochter brachte der Mann auch an ihrem Todestag im September 2019 nicht ins Krankenhaus. Stattdessen betete und fastete er.

Der in Usbekistan geborene Deutsche musste sich gemeinsam mit seiner 35-jährigen Ehefrau am Mittwoch vor dem Landgericht im österreichischen Krems verantworten. Beide gaben zu, dass sie ihr Kind vernachlässigt und Hilfe unterlassen haben. Ein Mord waren die Geschehnisse vor fünf Monaten ihrer Meinung nach aber nicht. Das Geschworenengericht verurteilte das Ehepaar wegen grober Vernachlässigung einer unmündigen Person mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft. 

Die 35-jährige Mutter des Kindes sagte unter Tränen:

Ich hab mit ihr gesprochen, sie gestreichelt, ihr zu trinken gegeben. Ich hab geglaubt, dass Gott sie gesund macht.

Die Frau hat sieben weitere Kinder. Als ihre Tochter starb, war sie gerade im neunten Monat schwanger. Die Kinder wurden zu Hause unterrichtet, deswegen war das Ehepaar vor acht Jahren von Deutschland nach Österreich umgezogen. In Österreich gibt es keine Schul-, nur eine Bildungspflicht.

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