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Italien: Zahl der Holocaustleugner deutlich gestiegen – "Duce" für 20 Prozent ein "großer Anführer"

Italien: Zahl der Holocaustleugner deutlich gestiegen – "Duce" für 20 Prozent ein "großer Anführer"
Historische Bücher des italienischen Verlags Giunti Editore über Nazismus und Faschismus auf der Internationalen Buchmesse in Turin am 9. Mai 2019
Berichte über wachsenden Antisemitismus in Italien gab es in den vergangenen Monaten vermehrt. Erst kürzlich ernannte die Regierung in Rom eine Beauftragte zur Bekämpfung von Judenfeindlichkeit. Nun zeigt eine Studie, dass die Anzahl der Holocaustleugner gestiegen ist.

In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Anteil der Holocaustleugner in Italien um das Siebenfache erhöht. Das geht aus dem Jahresbericht "Rapporto Italia 2020" des Meinungsforschungsinstituts Eurispes hervor. Demnach ist fast jeder sechste Italiener (15,6 Prozent) davon überzeugt, dass der Holocaust "niemals passiert ist". Im Jahr 2004 waren es noch 2,7 Prozent gewesen. Seit 2015 ist das Leugnen der Shoah in Italien strafbar.

Aktivist unter KZ-Häftlingen: Igor Malizki ist heute Leiter des Regionalrats des antifaschistischen Widerstands im ukrainischen Charkow. Der 94-Jährige organisiert das Zusammenkommen ehemaliger KZ-Insassen.

Die groß angelegte Umfrage zeigt auch, dass fast 20 Prozent der Befragten der Meinung sind, dass der "Duce", der italienische Faschistenführer Benito Mussolini, ein "großer Anführer" war. Er habe nur einige Fehler begangen. 14,3 Prozent bejahen die Aussage, Italiener seien nicht faschistisch, liebten aber starke Persönlichkeiten.

Fast jeder Zweite wegen Anstiegs der Judenfeindlichkeit alarmiert

Zudem gab etwa jeder Vierte an (23,8 Prozent), er oder sie glaube, dass die Juden Wirtschaft und Finanzen kontrollieren. 22,2 Prozent sind überzeugt, sie steuerten die Medien, und 26,4 Prozent sehen Juden als die bestimmende Kraft in der US-Politik. Die Umfrage offenbart auch, dass ein knappes Fünftel (16,1 Prozent) glaubt, dass die Zahl der von den Nationalsozialisten ermordeten Juden übertrieben wird.

Fast jeder Zweite gab jedoch an, dass er oder sie wegen antisemitischer Vorfälle in der jüngeren Vergangenheit alarmiert sei. 

Erst vor wenigen Wochen hatte Italiens Regierung eine Beauftragte zur Bekämpfung von Judenfeindlichkeit ernannt – die Professorin und Politikerin Milena Santerini. In jüngerer Zeit gab es in italienischen Medien wiederholt Berichte über antisemitische Anfeindungen. Für Schlagzeilen sorgte ein Vorfall zum Jahreswechsel in Venedig. Dabei soll der linke Politiker Arturo Scotto von womöglich Rechtsradikalen attackiert worden sein. Es sollen Sprüche gegen das Naziopfer Anne Frank gefallen sein. 2019 hatte die italienische Holocaust-Überlebende und Senatorin Liliana Segre (89) nach vielen antisemitischen Schmähungen Polizeischutz bekommen.

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