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Italien: Niederlage für "Drogenfahnder" Salvini bei Regionalwahl in linker Hochburg

Italien: Niederlage für "Drogenfahnder" Salvini bei Regionalwahl in linker Hochburg
Matteo Salvini, der Vorsitzende der Lega, mit Lucia Borgonzoni, der gescheiterten Kandidatin der rechten Koalition für das Präsidentenamt der Region Emilia-Romagna, am 23. Januar 2020 in Bibbiano, Italien.
Der ehemalige italienische Innenminister und Parteichef der Lega, Matteo Salvini, kassierte bei den Regionalwahlen in der Provinz Emilia-Romagna eine empfindliche Niederlage. Dabei hatte er im Wahlkampf alles versucht – inklusive einer rassistischen Entgleisung.

Italiens Oppositionsführer Matteo Salvini hat mit seiner Lega eine wichtige Regionalwahl in Italien nach Auszählung fast aller Stimmen verloren. In der Region Emilia-Romagna unterlag die Lega-Kandidatin Lucia Borgonzoni am Sonntag mit 43,6 Prozent dem Mitte-Links-Kandidaten der Sozialdemokraten Stefano Bonaccini mit 51,4 Prozent.

Archivbild: Luigi Di Maio bei einer Pressekonferenz im November 2018

Die Wahl galt als entscheidender Test für die angeschlagene Regierungskoalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) in Rom. Zwar versank die Fünf-Sterne-Bewegung fast vollständig und kam nur auf 3,4 Prozent. Aber ein Sieg Salvinis in der industriestarken Region in Norditalien, die seit Bestehen in der Hand Linker ist, hätte dessen Machtanspruch auf nationaler Ebene weiteren Nachdruck verliehen. Das wäre außerdem eine ernsthafte Gefahr für die Koalition in Rom gewesen. Am Montagmorgen waren 4.485 von 4.520 Wahlbezirken ausgezählt.

Zeitgleich wurde auch in Kalabrien gewählt, wo sich laut Hochrechnungen die Mitte-Rechts-Kandidatin der Partei Forza Italia, Jole Santelli, klar durchsetzte. Sie bekam laut Hochrechnung 53,2 Prozent der Stimmen, der Mitte-Links-Kandidat 30,7 Prozent. Auch in dieser Provinz mussten die Fünf-Sterne-Bewegung eine deutliche Niederlage hinnehmen. 

In den letzten Jahren konnte die Lega fast alle Regionalwahlen gewinnen - auch in Regionen wie Sardinien, die als Hochburg der PD galten. Noch kurz vor der Wahl hatte Salvini alle Register gezogen, um besser punkten zu können. Am vergangenen Mittwoch ließ sich der ehemalige italienische Innenminsiter zu einer rassistischen Aktion hinreißen: Unter dem Gejohle seiner Anhänger und vor laufenden Kameras läutete er bei einer Wohnung von tunesischen Einwanderern und fragte in die Gegensprechanlage:

Guten Abend, kann ich hereinkommen? Mir wurde gesagt, dass ihr mit Drogen handelt ... Ihr seid doch Tunesier, nicht wahr?

Die Tür blieb jedoch zu und Salvini zog wieder ab. Tunesiens Botschafter protestierte und sprach von einer "unsäglichen Provokation". Die betroffene Familie kündigte an, gegen Salvini Anzeige zu erstatten.

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