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Frankreich: Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke bei Paris

Frankreich: Terrorverdacht nach tödlicher Messerattacke bei Paris
Die französische Polizei sichert einen Bereich nach einem Messerangriff in einem öffentlichen Park in der Gemeinde Villejuif bei Paris.
Nach der tödlichen Messerattacke nahe Paris schließen die Ermittler einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Ein Mann war wahllos mit einem Messer auf Menschen in einem Park bei Paris losgegangen. Ein Mensch wurde getötet, zwei weitere wurden verletzt.

Nach der tödlichen Messerattacke nahe Paris haben Anti-Terrorspezialisten der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es gebe Anzeichen für eine Radikalisierung des Täters und dafür, dass er die Tat vorbereitet habe, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstagabend mit. Das rechtfertige den Terrorverdacht trotz der psychischen Störung des Angreifers.

Täter hatte seit Kindheit psychische Probleme – 2017 zum Islam konvertiert

Der 22-Jährige habe sich bis Mitte letzten Jahres in psychiatrischer Behandlung befunden und seit seiner Kindheit psychische Probleme gehabt. Es gebe zum jetzigen Zeitpunkt keine Verbindungen zu islamistischen Terrororganisationen. Der Mann sei wohl 2017 zum Islam konvertiert. Den Ermittlern zufolge wurden bei dem Täter auch salafistische Texte gefunden.

(Symbolfoto) Ein Polizist vor einem Tunnel in der Nähe von Paris

Der Angreifer hatte am Freitagnachmittag gegen 14 Uhr im Park "Hautes-Bruyères" in Villejuif südlich von Paris mehrere Menschen wahllos mit einem Messer angegriffen. Ein Mensch wurde getötet, zwei weitere wurden verletzt. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

Täter rief "Allahu akbar" beim Angriff – Todesopfer ein Jogger 

Der Angreifer soll während des Vorfalls auch "Allahu akbar" (Arabisch für "Gott ist groß") gerufen haben und war zum Islam konvertiert, wie die zuständige Staatsanwältin Laure Beccuau erklärt hatte. Der Täter habe während des Angriffs eine Dschellaba, einen traditionellen arabischen Überwurf, getragen.

Er sei mit "extremer Gewalt und Entschlossenheit" vorgegangen, erklärte die Staatsanwältin. Er hatte zunächst mehrere Personen bedroht. Von einer Person habe er abgelassen, als diese ein islamisches Gebet aufsagte. Bei dem Todesopfer handelte es sich um einen Jogger. Er hatte noch versucht, seine Begleiterin vor dem Angreifer zu schützen. Diese wurde laut Staatsanwältin schwer am Hals verletzt. Der Mann attackierte dann eine weitere Joggerin etwas außerhalb des Parks.

Der Angriff trifft Frankreich kurz vor dem fünften Jahrestag des Anschlags auf das Satiremagazin Charlie Hebdo. Am 7. Januar 2015 wurden in der Redaktion und bei weiteren Attacken 17 Menschen getötet. Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorserie heimgesucht – mehr als 250 Menschen verloren ihr Leben. Die Terrorgefahr ist weiterhin groß.

(dpa/rt deutsch)

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