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Jeremy Corbyn tanzt aus der Reihe: NATO nicht die erfolgreichste Allianz aller Zeiten

Jeremy Corbyn tanzt aus der Reihe: NATO nicht die erfolgreichste Allianz aller Zeiten
Jeremy Corbyn bei seinem BBC-Auftritt in der Andrew Marr Show am 17. November.
Ob in den USA, Kanada oder Deutschland: Überall werden seit Monaten die selben Worte wiederholt, die NATO sei die "erfolgreichste Allianz aller Zeiten". Kritik wird als Bedrohung wahrgenommen, wie zuletzt Emmanuel Macron erfahren musste – und jetzt auch Jeremy Corbyn.

Der britische Oppositionsführer und Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, gilt als Hoffnungsträger für diejenigen, die sich nach einem Wandel der Politik in Großbritannien sehnen. Viele andere sehen in ihm aber eine Gefahr, nicht nur für das Königreich. Jüdische Lobbygruppen versuchen seit Monaten mit einer Schmierenkampagne, ihn des Antisemitismus zu beschuldigen und als eine Bedrohung für das jüdische Leben auf der britischen Insel darzustellen.

Labour-Chef Jeremy Corbyn bei einer Anti-Trump-Veranstaltung in London am zweiten Tag des Staatsbesuchs des US-Präsidenten in Großbritannien am 4. Juni.

Zu einer Bedrohung könnte Corbyn auch für das transatlantische Militärbündnis werden, sollte er eines Tages tatsächlich zum Ministerpräsidenten gewählt werden. Während der französische Staatschef Emmanuel Macron die NATO nur indirekt kritisierte und nach der "Hirntod"-Diagnose schnell zurückruderte und klarstellte, dass Frankreich das Bündnis nach wie vor als wichtigen Teil der europäischen Sicherheitsstruktur betrachte, ging der Brite einen Schritt weiter.

Bei einem Live-Auftritt der BBC Andrew Marr-Show, wurde Corbyn gefragt, ob er die Aussage des Chefs des Verteidigungsstabs, General Nick Carter, teile. Carter – und mit ihm die meisten zivilen und militärischen Vertreter der NATO-Mitgliedsländer – meinte kürzlich, dass die NATO "die erfolgreichste Allianz aller Zeiten" ist. Darauf antwortete dann der Labour-Chef:

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es so definieren würde. Ich würde es als ein Produkt definieren, das während und nach dem Zweiten Weltkrieg versucht hat Menschen zusammenzubringen, und wir sind offenkundig in der NATO und unsere Stimme ist dort, um Spannungen zu lösen.

Auf Macrons Diagnose angesprochen, meinte Corbyn, dass es eine "starke Aussage" ist, die "vielleicht nicht ganz richtig ist". Aber was die Zukunft der transatlantischen Allianz angeht, zeigte sich der britische Oppositionsführer weit weniger überzeugt als der der französische Staatschef. "Ich denke, dass es irgendeine Art der Beziehung und Bündnis geben sollte, um sicherzustellen, dass es keine Konflikt gibt", sagte Corbyn. Ein klares Bekenntnis zur NATO in der derzeitigen Konfiguration sieht anders aus, und das wird man in Washington und Brüssel sehr wohl zur Kenntnis genommen haben.  

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