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Wien: Skandal um Organspende im größten Krankenhaus Österreichs

Wien: Skandal um Organspende im größten Krankenhaus Österreichs
Symbolbild
Eine Patientin aus Griechenland soll im AKH Wien, dem größten Krankenhaus Österreichs, binnen weniger Stunden eine Organlunge erhalten haben, während andere Schwerkranke monatelang auf Spenderorgane warten. Das Krankenhaus wies die Vorwürfe zurück, will sie aber prüfen.

Seit Wochenende muss sich das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien schweren Vorwürfen stellen. Die Süddeutsche Zeitung berichtete vergangenen Freitag über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Organzuordnung am AKH Wien. Laut dem Artikel würden schwerkranke Patienten in Deutschland in der Regel etwa zweieinhalb Monate, in Österreich gar über ein halbes Jahr auf ein Spenderorgan warten. Im Wiener AKH soll ein Fall bei der Organzuordnung jedoch viel schneller abgelaufen sein.

Demnach sollen die Ärzte eine 47 Jahre alte Frau aus Griechenland, die an Lungenhochdruck gelitten hatte, am 8. Oktober auf die entsprechende Warteliste gesetzt haben. Die Patientin soll bereits vier Stunden später, als die Organverteilungsstelle Eurotransplant eine Spenderlunge angeboten hat, operiert worden sein. Dies sei kein zufälliges Glück, sondern ein für normale Verhältnisse ungewöhnlicher Fall, der auf Geschäftemacherei mit Organen abzielt, so die SZ

Die der Zeitung zugespielten Unterlagen belasten unter anderem Walter Klepetko, den Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie an der Medizinischen Universität Wien. Klepetko wird vorgeworfen, sich systematisch an ausländischen Patienten zu bereichern. Laut Bericht soll der Professor für seine chirurgischen Dienste von ausländischen Patienten erheblich besser bezahlt werden, als von österreichischen.

In einem Pressebericht distanzierten sich die Medizinische Universität Wien und das AKH Wien von Anschuldigungen auf Basis unvollständiger Informationen und illegitim weitergegebener, interner Unterlagen und Daten. Die erhobenen Vorwürfe würden jedoch äußerst ernst genommen, hieß es in der Stellungnahme.

Nach steigendem Mediendruck erklärte Klepetko am Montag gegenüber dem Standard, warum die Patientin aus Griechenland so schnell operiert wurde:  

Sie hat eine akute, sich schnell verschlechternde Lungenerkrankung und stand seit Juni 2019 auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Dann gab es ein Organ aus Griechenland, doch der Fall war so komplex, dass die griechischen Kollegen uns gebeten haben, die Transplantation mit dem in Griechenland gespendeten Organ in Wien durchzuführen. Natürlich haben wir 'Ja' gesagt. Das Risiko, dass diese erste Lungentransplantation in Griechenland scheitern würde, war zu hoch.

Zu seinen weiteren Plänen sagte Klepetko, er wolle sich gegen die Diskreditierung seitens der Süddeutschen Zeitung wehren. Die Weitergabe von höchst vertraulichen Informationen sei illegal gewesen:

Wir haben uns in den letzten Tagen sehr bemüht, gegen den Vernichtungsjournalismus der SZ, der leider in unkritischer Weise von vielen anderen Medien einfach übernommen wurde, anzukämpfen. Eine endgültige Beurteilung unseres Handelns wird aber erst möglich sein, wenn die Ergebnisse einer externen internationalen Prüfung vorliegen werden.

Wie gestern bekannt wurde, werden die Medizinische Universität Wien und das AKH Wien die Aktivitäten des Lungentransplantationsteams einer umfassenden Untersuchung unterziehen. Die dafür gegründete Kommission soll ausschließlich aus internationalen, nicht-österreichischen Experten bestehen.

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