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Pausenbrote von Kindern konfisziert: Kleinkrieg um gesunde Ernährung in der Schweiz

Pausenbrote von Kindern konfisziert: Kleinkrieg um gesunde Ernährung in der Schweiz
(Symbolbild). Wie weit darf Gesundheitsfanatismus gehen?
Laut Medienberichten tobt in der Schweiz ein Kleinkrieg um das Thema "gesunde Ernährung von Schülern". Lehrer sollen mitgebrachte Pausenbrote, die nicht den offiziellen Ernährungsempfehlungen entsprechen, sogar konfiszieren. Demnächst auch auf unseren Schulhöfen?

Schluss mit Gipfeli, Schokolade und Cornflakes: Laut einem Bericht der Genfer Tageszeitung Tribune de Genève setzen einige Schulen die Ernährungempfehlungen des kantonalen Ernährungsdepartements derart rigoros um, dass sich nun erste Eltern beschweren. Offenbar schaut das Lehrpersonal beim sogenannten "Znüni" (Schweizerdeutsches Wort für zweites Frühstück) nicht nur ganz genau hin, sondern konfisziert auch Speisen, die nicht den Richtlinien entsprechen. Obwohl das nicht zulässig ist.

Symbolbild

Eine Mutter beklagt sich in der Tribune de Genève, dass ihrer Tochter die Schoko-Reiswaffeln weggenommen worden seien. Ein Vater erzählt, dass sein fünfjähriger Sohn einen nicht erwünschten "Znüni" sogar heimlich habe "herunterschlingen müssen". Und eine weitere Mutter wird mit den Worten zitiert, dass sie ihrer Tochter nicht einmal ausnahmsweise ein "Schoggibrötli" mitgeben dürfe. Doch nicht nur die idyllische Stadt am Genfer See scheint betroffen.

Ist Schweinefleisch gesünder als Konfitüre?

Auch einige hundert Kilometer weiter, am Zürichsee, ist aus dem "Znüni" mittlerweile ein Politikum geworden. Laut einem Bericht der Schweizer Zeitung 20 Minuten werden in einer Kita im Zürcher Unterland regelmäßig "Znüni-Kontrollen" durchgeführt. Ein Vater beklagt sich gegenüber der Zeitung:

Sie [die Kindergärtnerin, Anm. der Redaktion] hat jeweils in alle Sandwiches der Kinder geschaut und sie auf den Inhalt geprüft. War etwas Unerlaubtes drin, hat sie sie in den Abfalleimer geworfen.

Betroffene Kinder hätten dann den anderen zuschauen müssen, wie sie ihre Pausenmahlzeit aßen, selbst aber keinen Ersatz bekamen, so der Vater weiter. Allerdings sollen nicht alle Angestellten in der Einrichtung so vorgegangen sein. Der Vater beklagt sich auch darüber, dass es keine Listen gäbe, auf denen "erlaubte", respektive, "nicht erlaubte" Speisen aufgeführt seien.

Gewisse Früchte waren erlaubt, andere nicht, gewisse Nahrungsmittel wie Schweinefleisch waren okay, aber Konfitüre nicht. Ist Schweinefleisch gesünder als Konfi?", so der Vater.

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Empört zeigt sich der Vater auch über die Inkonsequenz im Vorgehen:  

Die Schule betont, wie wichtig die Zahnprophylaxe ist, die Kindergartenlehrpersonen wollen aber nicht gemeinsam mit den Kindern die Zähne putzen nach dem Znüni essen.

Bei Gummibärchen wird das Gespräch gesucht

Auch eine Leserin von 20 Minuten aus dem Kanton Luzern berichtet über konfiszierte Lebensmittel bei ihrem Sohn. Doch das passiere nur im Wiederholungsfall, und die Lehrer hätten immer gesunde "Ersatzznünis" dabei. Auf einer Primarschule in St. Gallen werden laut der Schulleiterin Cola und Eistee in den Pausen nicht toleriert und müssen weggepackt werden.

Bei Gummibärchen wird das Gespräch mit den Kindern gesucht", zitiert die Zeitung die Schulleiterin.

Besser als Verbote sei aber die Vermittlung einer gesunden Einstellung zu Ernährung. Auch der Schweizer Dachverband für Lehrerinnen und Lehrer spricht sich gegen ein Verbot aus. Das sei der falsche Weg. Es liege schlussendlich in der Verantwortung der Eltern, was sie ihren Kindern mitgäben, erklärte Dagmar Rösler, Präsidentin des Dachverbands. Es sei jedoch ärgerlich, wenn in der Schule gesunde Ernährung thematisiert werde und die Eltern ihren Kindern dennoch ungesunde Speisen mitgeben würden.

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