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Rassistische Äußerungen kroatischer Diplomatin in Berlin: "Nur weiße Europäer, so wie vor 30 Jahren"

Rassistische Äußerungen kroatischer Diplomatin in Berlin: "Nur weiße Europäer, so wie vor 30 Jahren"
(Symbolbild) Der beliebte Strand Banje mit einem traumhaften Blick auf die Altstadt von Dubrovnik in Kroatien.
Eine in Berlin tätige kroatische Diplomatin hat für einen Eklat gesorgt. Wie kroatische Medien berichten, habe sie unter Fotos der Adriaküste rassistische Äußerungen gepostet. Die Diplomatin wurde suspendiert und behauptet nun, ihr Account sei gehackt worden.

Kroatien ist um einen politischen Skandal reicher. Verursacht wurde er durch die Erste Sekretärin der kroatischen Botschaft in Berlin, Elizabeta Mađarević. Über das Online-Netzwerk Facebook hat sie demnach rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen verbreitet. Inzwischen ist sie suspendiert worden. Der Fall soll genau untersucht werden, ihr droht Entlassung.

Was war passiert? Am vergangenen Freitag veröffentlichte das kroatische Nachrichtenportal Index eine Reihe von Beiträgen, die Mađarević in englischer Sprache auf Facebook verfasst hat. So hat sie demnach am 8. August unter mehreren Fotos, die vermutlich Orte an der kroatischen Adriaküste zeigen sollen, folgenden Kommentar auf Englisch geschrieben:

Reines und authentisches Europa. Nur weiße Europäer, wie es vor nur 30 Jahren noch in ganz Europa war. Dies sollte gute Werbung für Urlaub sein. Man könnte denken, dass so etwas nicht mehr möglich ist, ist es aber zum Glück.

Rassistische Äußerungen kroatischer Diplomatin in Berlin: "Nur weiße Europäer, so wie vor 30 Jahren"

Das kroatische Außenministerium distanzierte sich aufs Schärfste von den Äußerungen der Diplomatin und bestellte sie unverzüglich zu einem Gespräch ins Ministerium in Zagreb ein. Kroatiens Premierminister Andrej Plenković nannte das Benehmen der Diplomatin eine "Katastrophe", die Präsidentin des Landes, Kolinda Grabar-Kitarović, begrüßte die schnelle Reaktion des Außenministeriums und bezeichnete die Kommentare als inakzeptabel.

Der kroatische Außenminister Gordan Grlić Radman betonte zudem, eine Diplomatin sei nie eine Privatperson. Damit reagierte er auf Mađarevićs Reaktion. Diese meldete sich nämlich nach Angaben kroatischer Medien via Facebook zu Wort und schrieb, sie sei weder "eine Funktionärin noch eine Politikerin, sondern eine einfache Person, die ein Recht auf Privatsphäre" habe. Zudem habe sie konservative Ansichten, die sie nicht aufgeben wolle und die sie frei verbreite, da sie ja in einem freien Land lebe.

Wenig später wurde ihr Facebook-Profil jedoch gelöscht, und die nun abberufene Diplomatin sagte gegenüber dem kroatischen Magazin Feniks, das für Leser in der Diaspora gedacht ist, ihre Seite sei von Unbekannten gehackt worden. Sie sei zudem im Urlaub außerhalb Kroatiens und drohte mit rechtlichen Schritten gegen jene, die "Unwahrheiten" über sie verbreiten.  

Kritik auch an Bundeskanzlerin Angela Merkel

Doch laut Index soll die Diplomatin bereits früher durch fragwürdige Äußerungen im Internet aufgefallen sein. Seit längerer Zeit soll sie zudem auf verschiedenen Online-Plattformen homophobe, fremdenfeindliche und ultrarechte Ansichten gepostet haben. So schrieb sie etwa, dass Migranten, die vorwiegend Muslime seien, mit dem Ziel der "Islamisierung" des Kontinents nach Europa kämen. "Europa, du musst lernen, Nein zu sagen, und deine Selbstachtung und christliche Identität aufbauen."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bescheinigte sie etwa, dass es ihr "an eigener Kultur mangelt". Ihr Kommentar soll sich auf die Äußerung Merkels bezogen haben, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Auf ihrem Facebook-Profil teilte sie zudem einen Artikel, der ihrer Ansicht nach zeige, wie "LGBTQ in Verbindung mit Pädophilie steht". Zudem postete sie Artikel einer erzkatholischen Internet-Seite und schrieb, dass Katholiken einfach keine Abtreibungsbefürworter sein können.  

Elizabeta Mađarević übernahm erst im Januar 2019 den Posten der Ersten Sekretärin der kroatischen Botschaft in Berlin. Ihr Fall erhält eine zusätzliche Brisanz dadurch, dass in rund vier Monaten in Kroatien Präsidentschaftswahlen stattfinden und das Land zudem Anfang 2020 den Ratsvorsitz in der EU übernimmt.

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