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Erstes Opfer des Klimawandels: Isländer nehmen Abschied von "totem Gletscher"

Erstes Opfer des Klimawandels: Isländer nehmen Abschied von "totem Gletscher"
Erstes Opfer des Klimawandels: Isländer nehmen Abschied von "totem" Gletscher
Am 18. August fand in Island eine symbolische Trauerfeier für den Gletscher Okjökull statt, der als erster im Land für tot erklärt wurde. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat er mehr als das 38-Fache seiner Eismasse verloren. Die Teilnehmer sprachen eine klare Warnung aus.

Der 700 Jahre alte Okjökull – auch bekannt als "Ok" –  hatte bereits 2014 seinen Status als Gletscher verloren. Mit nur noch 15 Metern Eisdicke ist er zu leicht geworden, um sich vorwärtszubewegen. Um als Gletscher zu gelten, muss das Eis 40 bis 50 Meter dick sein und sich aufgrund seiner Schubspannung eigenständig bewegen. Die Eismasse des Gletschers beträgt heute nur noch knapp einen Quadratkilometer im Vergleich zu 38 Quadratkilometern im Jahre 1901.

Rund 100 Menschen, darunter Regierungschefin Katrín Jakobsdóttir, nahmen nun an der Trauerfeier für den Gletscher teil.

An Ort und Stelle wurde eine Tafel mit der Überschrift "Ein Brief an die Zukunft" enthüllt. Darauf heißt es weiter:

Ok ist der erste bekannte Gletscher auf Island, der seinen Status als Gletscher verloren hat. In den kommenden 200 Jahren dürften ihm alle unsere Gletscher folgen. Diese Gedenkstätte soll bezeugen, dass wir wissen, was geschieht und was zu tun ist. Nur ihr werdet wissen, ob wir es getan haben.

Schmelzende Gletscher verlieren nach neuen Schätzungen weltweit jährlich rund 335 Milliarden Tonnen Eis. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus Zürich, die Satellitenmessungen und Beobachtungen vor Ort ausgewertet haben. Der federführende Forscher Michael Zemp von der Universität Zürich sagte im April, die Welt verliere damit jährlich rund das Dreifache des verbleibenden Gletschervolumens der Europäischen Alpen. Die Gletscher hätten zwischen 1961 und 2016 mehr als 9.000 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Schwarz oder Weiß: Greta Thunberg in der vergangenen Woche in der Schweiz

Anfang des Monats hatte der Weltklimarat IPCC in einem Sonderbericht festgestellt, dass der weltweite Temperaturanstieg über den Landflächen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bereits bei 1,53 Grad liegt.

Das Klima soll auch Thema bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf der Insel sein. Am Dienstag ist ein Arbeitsmittagessen mit den Regierungschefs der nordischen Länder Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden geplant, bei dem es unter anderem um europäische und internationale Themen wie die Klimapolitik gehen soll. Am frühen Montagabend wollte sich Merkel bereits mit der isländischen Ministerpräsidentin Jakobsdóttir treffen.

Island habe seit den 1990er-Jahren bereits mehr als zehn Prozent seiner gesamten Gletschermasse verloren, hatte die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung, Antje Boetius, im Juni gesagt, als sie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Staatsbesuch nach Island begleitete:

Die Gletscherschmelze erhöht den Meeresspiegel ungemein.

Allein das bisherige Schmelzen der isländischen Gletscher habe einen Millimeter zum weltweiten Anstieg des Meeresspiegels beigetragen. Boetius hat einen anschaulichen Vergleich parat:

Wenn alle Menschen der Welt gleichzeitig ins Meer springen, dann steigt der Spiegel nicht einmal um einen Millimeter.

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