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115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst

115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst
115 Migranten nach Bootsunglück vor libyscher Küste vermisst (Symbolbild)
Während in Brüssel und Europas Hauptstädten über die Verteilung von Flüchtlingen gestritten wird, spielt sich im Mittelmeer die nächste Tragödie ab: 250 Migranten beginnen dort die gefährliche Überfahrt – fast die Hälfte wird nach einem schweren Unglück nun vermisst.

Nach einem schweren Bootsunglück vor der Küste Libyens werden 115 Migranten vermisst. Das sagte ein Sprecher der libyschen Küstenwache am Donnerstag und nährte damit Befürchtungen über den Tod Dutzender Menschen auf ihrer Fahrt über das Mittelmeer. Nach Angaben der Internationalen Organisation ‎für Migration (IOM) könnten bei dem Unglück noch deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen sein. Es wäre das schwerste Bootsunglück im Mittelmeer des laufenden Jahres.

Die Küstenwache erklärte, mit einigen Fischern 134 Migranten aus verschiedenen afrikanischen und arabischen Ländern gerettet zu haben. Zudem sei eine Leiche aus dem Wasser geborgen worden. Insgesamt seien 250 Menschen an Bord des Holzboots gewesen, das im Küstenort al-Chums gestartet war, sagte Marinesprecher Ajub Kassim der Deutschen Presse-Agentur. Laut IOM war aber unklar, ob die Migranten auf einem oder zwei Booten unterwegs waren. Nach Schätzungen der Organisation könnten bis 300 Menschen in Seenot gewesen sein.

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Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Filippo Grandi, sprach auf Twitter von der "schwersten Tragödie im Mittelmeer" des laufenden Jahres. Er forderte, die Seenotrettung dort wieder aufzunehmen, die Internierung von Flüchtlingen und Migranten in Libyen zu beenden und mehr sichere Routen aus dem Land zu ermöglichen.

Sonst ist es für viele weitere verzweifelte Menschen zu spät", schrieb Grandi.

Die Vereinten Nationen zeigten sich "sehr besorgt" über die anhaltenden Gefahren und die mangelnde Sicherheit für Menschen auf hoher See. Alle Länder in der Region müssten sicherstellen, dass diejenigen geschützt werden, die ihr Leben einer solchen Gefahr aussetzten, sagte ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres.

Derzeit sind keine privaten Rettungsschiffe im Mittelmeer unterwegs. Die deutsche Organisation Sea-Eye kündigte allerdings am Donnerstag an, mit der "Alan Kurdi" in Richtung der Rettungszone vor der libyschen Küste aufzubrechen. Dort werde sie voraussichtlich am Dienstag eintreffen, erklärte die Regensburger Organisation. Innerhalb der Europäischen Union läuft ein Streit darüber, wie Migranten verteilt werden sollen, die im Mittelmeer gerettet werden. 76 Migranten kamen unterdessen nach Angaben des Militärs auf Malta an, nachdem sie zuvor südlich der Inselrepublik gerettet worden waren. (dpa)

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