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Britischer Eliteklüngel: Millionär lieh Johnsons Kampagnenteam Luxushaus und wird Regierungsberater

Britischer Eliteklüngel: Millionär lieh Johnsons Kampagnenteam Luxushaus und wird Regierungsberater
Der neue britische Premierminister Boris Johnson plant große Veränderungen. Bild: Vor einer Rede am Amtssitz des Premierministers in London am 24. Juli 2019.
Der frisch gebackene britische Premierminister Boris Johnson hat den Millionär Andrew Griffith als seinen Berater für unternehmensfreundliche Politik eingestellt. Johnsons Kampagnenteam arbeitete in Griffiths 9,5 Millionen Pfund teuren Immobilie im Zentrum Londons.

Gleich zum Start seiner Laufbahn als britischer Premier bedankt sich Boris Johnson bei Unterstützern mit einflussreichen Jobs. So soll Andrew Griffith, ehemaliger Rothschild Banker und bisheriger Finanzchef des europäischen Pay-TV-Giganten Sky, ab Mittwoch seine neue "Stelle" in den hohen Rängen der britischen Regierung antreten, um diese in Wirtschaftsthemen zu beraten und Beziehungen zu Unternehmen zu fördern.

Tory-Abgeordnete und ehemalige Entwicklungsministerin Priti Patel sitzt beim Parteitag neben dem Vater von Boris Johnson. Sie schlug vor, Irland aufgrund der Nahrungsmittelabhängigkeit von Großbritannien zu erpressen.

Der Vorwurf, dass der neue britische Premierminister es seinen Freunden erlaube, "Einfluss zu erkaufen", wird laut, weil der Geschäftsmann sein großzügiges Haus im Wert von 9,5 Millionen Pfund (etwa 10,64 Millionen Euro) in der Londoner Innenstadt dem Wahlkampfteam von Johnson für einige Wochen zur Verfügung gestellt hatte. 

Griffith soll ein großes unternehmensorientiertes Team in der neuen Regierung aufbauen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf eine Quelle, die mit den Plänen vertraut ist.

Der Millionär solle der Wirtschaft "eine Stimme am oberen Tisch" der britischen Politik geben und insgesamt, in Übereinstimmung mit Johnson, einen unternehmensfreundlichen Ansatz verfolgen.

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Damit dürften einige Wirtschaftsbosse auf der Insel etwas beruhigt sein, nachdem Boris Johnson ihre Bedenken über einen harten Brexit vergangenes Jahr scherzhaft mit "Fuck business" kommentiert hatte. In den vergangenen Wochen demonstrierte Johnson, dass er eine unternehmensfreundliche, "steueroptimierte" Agenda anbieten will. Eine deutliche Senkung der Einkommenssteuer für gut verdienende Briten stellte er ebenfalls in Aussicht.

Johnson plant Medienberichten zufolge eine größere Umbildung des Kabinetts, dem dann auch viele Brexit-Hardliner angehören sollen. Mit Finanzminister Philip Hammond, Justizminister David Gauke, Entwicklungshilfeminister Rory Stewart und Vize-Premierminister David Lidington waren bereits mehrere Minister zurückgetreten.

Derweil ernannte Johnson am Mittwoch die ehemalige Entwicklungsministerin Priti Patel zur Innenministerin, die unter anderem mit dem Vorschlag auf sich aufmerksam machte, London könnte doch die Nahrungsmittelexporte nach Irland stoppen, um so die Regierung in Dublin zu Zugeständnissen zu bewegen. Patel war im November 2017 zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass sie sich ohne Absprache im Israel-Urlaub mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu getroffen hatte. Die 47-Jährige ist eine große Brexit-Anhängerin und zählt zum rechten Tory-Flügel. Sajid Javid, der bisherige Innenminister, soll Johnsons Finanzminister werden. Erfahrungen in der Finanzwelt sammelte er in der Managementebene der Deutschen Bank.

Johnson ernannte Ben Wallace zum Verteidigungsminister und Dominic Raab, den einstigen Brexit-Minister, zum Außenminister, Steve Barclay bleibt Brexit-Minister. Die neue Handelsministerin heißt Liz Truss, Gesundheitsminister bleibt Matt Hancock, Andrea Leadsom wird Wirtschaftsministerin.

Bei seiner ersten Rede als Premierminister gab Johnson an, einen Brexit am 31. Oktober "ohne Wenn und Aber" durchzusetzen, notfalls scheut er auch vor einem "No Deal" – einem Austritt ohne Vertrag – nicht zurück. 

Angesichts der Unsicherheit über den Austritt Großbritanniens aus der EU ist der deutsch-britische Handel seit Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Nach Zahlen des DIHK exportierten deutsche Unternehmen von Januar bis Mai Waren im Wert von rund 35 Milliarden Euro nach Großbritannien. Das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Importe aus Großbritannien sanken noch deutlich stärker, und zwar um 6,1 Prozent auf 15 Milliarden Euro. Das geht aus neuen Zahlen des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hervor.

Mit einem Handelsvolumen von 50 Milliarden Euro in den ersten fünf Monaten des Jahres liegt das Vereinigte Königreich demnach aktuell nur noch auf Rang 7 der wichtigsten deutschen Handelspartner. 2017 war es noch Rang 5 gewesen, 2018 Rang 6.

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