icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Wegen Killer-Algen: Frankreich schließt sechs Strände in der Bretagne

Wegen Killer-Algen: Frankreich schließt sechs Strände in der Bretagne
Ulva ist eine Gattung vielzelliger Grünalgen, die mit etwa 130 Arten weltweit in den Meeren verbreitet ist. Die bekannteste Art ist der Meersalat Ulva lactuca.
Sie wuchern unkontrolliert und produzieren giftige Dämpfe: Sechs Strände in der französischen Region Bretagne wurden wegen großer Vorkommen von Ulva armoricana, auch als "Meersalat" bekannt, geschlossen. Sie sollen in Zusammenhang mit zwei Todesfällen stehen.

Am 6. Juli dieses Jahres wurde ein 18-jähriger Austernzüchter in der nahegelegenen Bucht von Morlaix tot aufgefunden. Tests zeigten, dass er ertrunken sein könnte, so die örtliche Staatsanwaltschaft. Der lokale Umweltverein "Halte aux Marées Vertes" ("Stoppt die Grünen Fluten") behauptet jedoch, dass der Austernzüchter Opfer des sogenannten "Meersalats" geworden ist. Die Algen produzieren Schwefelwasserstoff, ein giftiges Gas, das beim Zerfall des Meersalats freigesetzt wird.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtensender CNN, dass es Bedenken im Zusammenhang mit den Algen gebe, man aber zunächst die Ergebnisse der laufenden Tests abwarten wolle, bevor man über mögliche Maßnahmen entscheide. Der jüngste Tod eines 70-jährigen Mannes in der Bucht von Douarnenez warf ähnliche Bedenken auf, so Jean Hascoet, Mitglied der Nichtregierungsorganisation Eau et Rivières. Man habe die Behörden aufgefordert, beide Todesfälle zu untersuchen.

Sieht nicht so aus, ist aber Berlin: Ein Mann liest an einem heißen, sonnigen Sommertag im Berliner Wannseebad, Deutschland, am 24. Juli 2018.

Hascoet sagte gegenüber CNN, dass die Behörden mehr tun müssten, um die Todesursache zu untersuchen, wenn Menschen in Gebieten sterben, in denen der "Meersalat" vorkommt.

"Es gibt 600 Todesfälle pro Jahr im Zusammenhang mit Schwimmen, wir sagen nicht, dass es jedes Mal die Algen sind, aber wir sind wütend, weil es ein verstecktes Phänomen ist", erklärte er. Und er ergänzte: "Wir bitten darum, dass jedes Mal, wenn jemand stirbt, eine Untersuchung benötigt wird."

Anniet Laverman, eine Mikrobiologin am französischen Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), erklärte, dass dort vermehrt "Meersalat" vorkäme, wo viele menschliche Aktivitäten stattfänden, darunter Landwirtschaft und die Entsorgung von Abwasser im Meer.

"Algen, wenn sie leben, sind Pflanzen und stellen kein Problem dar", so Laverman gegenüber CNN. "Aber wenn sie tot sind, verfaulen sie." Wenn der "Meersalat zerfalle, setze er Schwefelwasserstoff oder H2S frei, erklärte sie, ein giftiges Gas mit einem Geruch, der an verfaulte Eier erinnere. "Die Menschen können den Geruch von H2S wahrnehmen, sind sich aber nicht bewusst, dass es sich um einen sehr giftigen Gasgeruch handelt", ergänzte Laverman.

Inès Léraud, eine investigative Journalistin, die kürzlich ein Buch über die Algenprobleme in der Bretagne veröffentlicht hat, sagte gegenüber dem französischen Nachrichtensender BFM TV, dass sich das Problem durch den Klimawandel verschlimmere. Normalerweise würden jeden Morgen tote Algen von den Stränden gesammelt, aber es gäbe dieses Jahr so viele, dass es nicht möglich sei, Schritt zu halten. Léraud ist der Ansicht, dass es bezüglich des Problems mit den Algen an Transparenz mangele. "Es gibt mehrere Tabus in dieser Geschichte: Es gibt ein Tabu über die Herkunft der Algen und ein Tabu über die Auswirkungen der Algen", erklärte sie.

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen