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Rückschlag für Macron: Umweltminister de Rugy tritt nach "Hummer-Affäre" zurück

Rückschlag für Macron: Umweltminister de Rugy tritt nach "Hummer-Affäre" zurück
Frankreichs Umweltminister François de Rugy sieht sich als Opfer einer "medialen Lynchjustiz"
Frankreichs Umweltminister de Rugy tritt nach Medienvorwürfen zurück. Noch vor der schweren Gelbwesten-Krise soll der 45-Jährige Gala-Dinner veranstaltet haben. Der Politiker gehörte lange den Grünen an und wechselte später zur Partei von Präsident Macron.

Nach Medienenthüllungen ist Frankreichs Umweltminister François de Rugy zurückgetreten. Das teilte der 45-Jährige am Dienstag via Facebook mit. Zuvor waren Vorwürfe aufgekommen, er habe in seiner Zeit als Parlamentschef auf Staatskosten zu teuren Abendessen geladen und Arbeiten in seiner Wohnung erledigen lassen. De Rugy hatte die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. Staatschef Emmanuel Macron habe die "persönliche Entscheidung" des Ministers angenommen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Präsidialamt.

De Rugys Rücktritt ist ein Rückschlag für den 41 Jahre alten Macron, der nach der schweren Gelbwesten-Krise wieder Vertrauen bei den Franzosen zurückgewinnen will. Die Gelbwesten protestieren seit November gegen die Politik von Macron.

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De Rugy war auch in den Reihen der Regierungsmehrheit nach den Vorwürfen in die Kritik geraten. Bei der Militärparade zum Nationalfeiertag stand de Rugy am Sonntag noch hinter Macron auf der Ehrentribüne. Wer den Posten übernehmen soll, blieb zunächst offen.

Der frühere Grünen-Politiker war nicht einmal ein Jahr lang im Amt

Der aus dem westfranzösischen Nantes stammende de Rugy trug den Titel Staatsminister und hatte damit eine herausgehobene Stellung in der Mitte-Regierung von Premierminister Édouard Philippe. Der frühere Grünen-Politiker amtierte noch nicht einmal ein Jahr lang. Er war im September 2018 auf den sehr populären Nicolas Hulot gefolgt, der sein Amt wegen mangelnder Fortschritte beim Umwelt- und Klimaschutz mit viel Lärm verlassen hatte. Nach dem Wahlsieg Macrons 2017 war de Rugy zunächst zum Präsidenten der Nationalversammlung aufgestiegen, dies ist das Unterhaus des französischen Parlaments.

De Rugy schrieb auf seiner Facebook-Seite, er habe gegen die Online-Zeitung Mediapart Anzeige wegen Verleumdung erstattet. Er wolle sich nun verteidigen.

Die Angriffe und die mediale Lynchjustiz, die meine Familie betrifft, bringen mich heute dazu, den nötigen Abstand zu gewinnen – was jeder verstehen wird", so de Rugy. 

Schon nach Bekanntwerden der Vorwürfe in der vergangenen Woche hatte er mitgeteilt, es habe keine Abendessen mit Freunden gegeben. Bei den fraglichen Essen habe es sich um informelle Veranstaltungen mit Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft gehandelt.

Mediapart hatte berichtet, de Rugy habe während seiner Zeit als Präsident der Nationalversammlung etliche Male hauptsächlich Freunde seiner Ehefrau zu luxuriösen Essen eingeladen. Als Parlamentschef habe er eine wichtige repräsentative Funktion gehabt, so de Rugy. Nach Angaben von Mediapart wurden bei den Essen in der Residenz des Präsidenten der Nationalversammlung, dem Hôtel de Lassay, teure Weine aus dem Keller der Versammlung, Champagner und Hummer serviert. Das Internet-Portal berief sich dabei auf Dokumente, Fotos und Zeugenberichte.

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(dpa/rt deutsch)

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