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"Schwarzwesten" besetzen Panthéon in Paris und fordern mehr Rechte

 "Schwarzwesten" besetzen Panthéon in Paris und fordern mehr Rechte
Undokumentierte Migranten, die sich selbst "Schwarzwesten" nennen, überfluteten das Panthéon in Paris und prangerten schlechte Lebensbedingungen und die durch Frankreich "auf andere Weise fortgesetzte" Sklaverei an. Am Ende gab es Verletzte.

Etwa 200 bis 300 Migranten, die sich selbst "Schwarzwesten" nennen, drangen am Freitag in das Panthéon in Paris ein und forderten das Recht, in Frankreich zu bleiben.

Die "Schwarzwesten" (Gilets Noirs) – benannt nach der bekannteren französische Bewegung "Gelbwesten" – sind Demonstranten aus 34 Migrantenwohnanlagen der französischen Hauptstadt und Umgebung.

Der französische Präsident Emmanuel Macron stellte am 25. April 2019 im Élysée-Palast in Paris seine Reformpläne vor, die seine politische Reaktion auf den Protest der Gelbwesten sein sollen.

Im Panthéon, einer beliebten Touristenattraktion und zugleich Grabstätte berühmter französischer Persönlichkeiten wie Voltaire oder Victor Hugo, prangerten sie die Bedingungen für illegale Einwanderer in Frankreich an und forderten Unterstützung.

Heute besetzen wir Immigranten ohne Papiere, Bewohner von Sozialwohnungen, Straßenbewohner, das Panthéon", heißt es in ihrer Pressemitteilung.

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"In der Französischen Republik sind wir papierlos, gesichtslos und haben kein Mitspracherecht", heißt es weiter in der Erklärung der "Gilets Noirs".

Wir besetzen die Gräber eurer großen Männer, um eure Entweihungen anzuprangern", heißt es in der Pressemitteilung: "Frankreich setzt die Sklaverei auf andere Weise fort."

Die Pressemitteilung der Gruppe listet die Notlage der undokumentierten Einwanderer in Frankreich auf, die unter Autobahnbrücken oder in Migrantenwohnanlagen schlafen, in denen die Polizei sie "in ihrem Bett" festnimmt, während 200.000 Wohnungen in Paris leerstehen.

Wir kämpfen nicht nur um Papiere, sondern gegen ein System, das uns zu illegalen Einwanderern macht", hieß es in ihrer Botschaft.

Gegen 17 Uhr brachte die Polizei die Schwarzwesten aus dem Gebäude.

"Mehrere Hundert Menschen sind illegal in das Panthéon eingedrungen", teilte die Pariser Polizei mit. "Der Polizeipräfekt hat die Evakuierung des Geländes durch die Polizei angeordnet. Die Operation wurde gerade beendet."

Der Protest löste eine massive Polizeireaktion aus, mehrere Personen sollen festgenommen worden sein. Ursprünglich war die Veranstaltung friedlich, die Demonstranten zeigten lediglich Banner und riefen Slogans.

Eine Gruppe der Schwarzwesten twitterte, dass sie mit der Polizei über die Beendigung des Protests verhandelt habe, unter der Bedingung, dass niemand verhaftet würde. Doch nach Verlassen des Panthéons blockierte die Polizei Dutzende von ihnen hinter dem Gebäude in der Rue Clotilde. Mehrere wurden festgenommen, einige berichteten, es habe Verletzte gegeben. Die Polizei setzte Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Demonstranten ein.

Ein Standbild aus einem Video zeigt einen Soldaten der malischen Streitkräfte, der nach einem Autobombenanschlag in Gao im Norden Malis Wache steht.

Die rechtspopulistische Politikerin Marine Le Pen nannte die Besetzung inakzeptabel und twitterte:

In Frankreich sollte die einzige Zukunft für jeden illegalen Einwanderer darin bestehen, rausgeschmissen zu werden, denn das ist das Gesetz.

Andere französische Politiker brachten Unterstützung vor allem für Gewaltfreiheit zum Ausdruck.

Es ist mir sehr wichtig, dass alles – im Moment – ohne Gewalt, friedlich verläuft. Ich hoffe, dass ihre Forderungen Gehör finden werden, diese Menschen protestieren schon lange, aber bisher sehen sie nichts von der Regierung außer einer geschlossenen Tür", sagte Éric Coquerel, Mitglied der Nationalversammlung.

Im Juni besetzten die Schwarzwesten bereits den Hauptsitz des Unternehmens Elior im Finanzdistrikt La Défense der französischen Hauptstadt, um "Unternehmen zu verurteilen, die undokumentierte Einwanderer ausbeuten".

Im Mai besetzte die Gruppe das Terminal 2F des Flughafens Paris-Charles-de-Gaulle, um gegen die "Mitarbeit von Air France" bei der Ausweisung von Einwanderern zu protestieren.

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