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Österreichischer Schulabsolvent rechnet bei Abschlussrede mit Lehrern ab: Zu viele Selbstmorde hier

Österreichischer Schulabsolvent rechnet bei Abschlussrede mit Lehrern ab: Zu viele Selbstmorde hier
Symbolbild
Der Sprecher einer Abiturklasse in Wels wurde bei der Abschlussfeier zum Partyverderber. In seiner Rede rechnete Thomas Neuner mit Eltern, Pädagogen und dem Schuldirektor ab und berichtete von Selbstmorden und überfüllten Klassen.

Eine feierliche Abiturrede sieht wohl anders aus: Thomas Neuner von der HTL Wels hatte als Schülervertreter, Nachhilfelehrer und Mitglied der Schülerzeitungsredaktion einen guten Einblick hinter die Kulissen der Bildungsanstalt. Kurz bevor er diese verlässt, habe er "aufrütteln" wollen, damit sich an der Schule etwas ändere. Neuner zählte in einem laut vorgelesenen Brief alle Schattenseiten auf, die er während seiner fünfjährigen Ausbildung erlebte hatte.

Der Absolvent kritisierte in seiner Rede nicht nur Lehrer. Neuner stellte auch einen Zusammenhang zwischen der Atmosphäre in der Schule und vier Selbstmorden her, die sich während seiner Schulzeit ereignet hatten. Er beklagte:

Dein momentaner Umgang mit deinen Besuchern, Schülern wie auch Lehrern kann echt Leben kosten.

Er behauptete außerdem, dass neuen Schülern am Tag der offenen Tür "dreist ins Gesicht gelogen wird – mit Versprechen, die nie gehalten werden". Ihm zufolge "driftet das allgemeine Schulklima in Richtung Eiszeit". Neuner erzählte auch, man habe ihn aufgefordert, positive Rezensionen über die Schule im Internet zu schreiben. Er berichtete von demotivierten Pädagogen, die Power-Point-Präsentationen ohne jegliche Erklärung zeigen und den Stoff in der nächsten Stunde abfragen. Neuner, der jede Woche aus Tirol nach Wels anreist, kritisierte, man könne diesen Stoff auch genauso gut im Internet finden und sich die Reisezeit ersparen. 

Schuldirektor Bertram Geigl war bei Neuners Rede nicht anwesend, verurteilt sie aber. Die erwähnten Selbstmorde bestätigte er. Die Schule verfüge aber über ein gut ausgebautes psychosoziales Netzwerk, das Anonymität gewährleiste, so Geigl, der seit September 2018 die größte Tagesschule Oberösterreichs leitet. Er schrieb auf Facebook: "Ich empfinde die Rede von Herrn Neuner als pietätlos und in ihren Formulierungen stark übertrieben". 

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