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"So will ich Frauen nicht sehen!" – Französischer Philosoph Alain Finkielkraut hasst Frauenfußball

"So will ich Frauen nicht sehen!" – Französischer Philosoph Alain Finkielkraut hasst Frauenfußball
Bernard-Henri Lévy (l.) und Alain Finkielkraut (r.), zwei "Große", wenn es um mediale Aufmerksamkeit geht.
Während hierzulande die Philosophen handzahm und pflegeleicht daherkommen, sieht es bei unseren Nachbarn in Frankreich anders aus. Neben Bernard-Henri Lévy polarisiert auch sein Kollege Alain Finkielkraut immer wieder. Jetzt auch beim Thema Frauenfußball.

von Timo Kirez

Fast könnte man meinen, dass sich der Philosoph Alain Finkielkraut und sein nicht minder streitbarer Kollege Bernard-Henri Lévy einen Wettkampf liefern. Möglicherweise treffen sich beide jedes Jahr gegen Silvester in einem Pariser Bistro, und wer mehr Kontroversen vorzuweisen hat, wird von dem anderen zu einer teuren Flasche Jahrgangs-Bordeaux eingeladen. Schon allein die Auflistung aller Kontroversen rund um Finkielkraut würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

Deswegen in aller Kürze zum neuesten "Krach": Der 69-jährige Philosoph war zu einem Interview bei dem französischen Sender CNews eingeladen. Die ihn interviewende Journalistin fragte Finkielkraut auch, ob er denn vorhabe, sich die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen anzuschauen, schließlich findet die dieses Mal in Frankreich statt. Was soll man einen Philosophen auch sonst fragen? (Ironie) Mit einem nonchalanten Lächeln antwortete Finkielkraut: "Also nein, ich mag Frauenfußball nicht."

Alain Finkielkraut im Dezember 2016

Das wollte die Moderatorin so nicht stehen lassen und hakte nach. "Warum denn nicht?", fragte sie und schob ein "Was ist der Unterschied?" hinterher. Dann geschah das, was auch mit Gewässern passiert, die zu wenig Sauerstoff bekommen: Das Ganze kippte. Mit einer schmerzhaften Miene, so als hätte man ihm gerade das Frühstücks-Croissant geklaut, setzte der Philosoph zum Rundumschlag an: "Oh, das ist doch unmöglich. Bald werden wir auch von Frauen-Rugby reden …", worauf ihn die Journalistin unterbrach und ihm vorwarf, sich herablassend zu äußern.

Dem widersprach Finkielkraut, machte es aber nur noch schlimmer: "Ich bin nicht herablassend, aber ich bin nicht leidenschaftlich dabei, so will ich Frauen nicht sehen", so der Philosoph. Und einmal in Fahrt, legte er sogleich nach:

Hört auf mit Gleichheit, Gleichheit, Gleichheit, Gleichheit! Gleichheit schon, aber mit kleinen Unterschieden … Und was dann? Wollen sie dann, dass ich mir ein Frauen-Boxkampf und dann ein Rugbyspiel ansehen soll?

Er wünsche der französischen Frauen-Nationalmannschaft, dass sie ihr Auftaktspiel gegen Südkorea gewinnt, aber alles andere interessiere ihn nicht, so Finkielkraut sinngemäß. Er werde sich deswegen nicht vor den Fernseher hocken. "J'ai pas envie, c'est tout!" ("Ich habe keine Lust, das ist alles"), erklärte er. Leider versäumte es die Moderatorin, bei Finkielkraut nachzufragen, wie er denn Frauen gerne sehen möchte, wenn schon nicht in kurzen Hosen auf einem Fußballfeld.

Es ist nicht das erste Mal, dass Finkielkraut sich den Unmut von Frauen zuzieht. In einem Interview mit dem französischen Sender France Inter aus dem 2017 erklärte er auch schon einmal:

Ich freue mich, dass Frauen heute in alle Berufe eintreten und im öffentlichen Raum präsent sind. Aber ich glaube, dass einige Feministinnen weiterhin, so als ob nichts geschehen wäre, die Aufrechterhaltung, ja sogar die Verschärfung der männlichen Herrschaft verurteilen. […] Der traditionelle schlechte Spieler war derjenige, der seine Niederlage nicht anerkannte. Diese schlechten Spieler eines neuen Typs erkennen ihren Sieg nicht an. Das ist es, was mich ein wenig irritiert.

Mit anderen Worten, die Feministen hätten doch alles erreicht, und jetzt sei es auch mal gut. Das brachte ihm seinerzeit neben einigem medialen Schulterklopfen aus der chauvinistischen Ecke vor allem Kritik von Frauen ein. Doch ein Finkielkraut lässt sich anscheinend nicht so leicht beirren, wie das neueste Interview mit CNews belegt. Die spannende Frage ist nun: Wann legt Bernard-Henri Lévy nach?

Hier das kleine Intermezzo zwischen Finkielkraut und der Journalistin von CNews als Twitter-Video im französischen Original:

 

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