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Frankreich: Imam als Fluchthelfer verurteilt

Frankreich: Imam als Fluchthelfer verurteilt
Helfer der britischen Seenotrettung auf dem Ärmelkanal mit 20 Migranten an Bord (Archivbild)
Ein Gericht in der französischen Gemeinde Boulogne-sur-Mer verurteilte einen Imam zu zwei Jahren Haft. Der aus einem Vorort von Rouen stammende Mann soll Flüchtlingen gegen Bezahlung Boote besorgt haben, um den Ärmelkanal nach Großbritannien zu überqueren.

Dem Imam wird vorgeworfen, den Flüchtlingen Schlauchboote besorgt zu haben. Das Gericht verurteilte den Geistlichen zu insgesamt drei Jahren, wobei ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem wurde dem Imam für fünf Jahre untersagt, sich in der französischen Region Nord-Pas-de-Calais aufzuhalten. In demselben Prozess wurde ein weiterer Mann, der zur Gemeinde des Imams gehört, zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt, davon neun Monate auf Bewährung. Auch er darf für drei Jahre nicht in die Region Region Nord-Pas-de-Calais.

Die Ermittlungen begannen in der Nacht vom 27. auf den 28. März dieses Jahres, als die Polizei Rettungswesten, nasse Pullover und ein Schlauchboot am Strand von Escalles (Pas-de-Calais) entdeckte. Es handelte sich offenbar um eine gescheiterte Überfahrt. Da das Schlauchboot jedoch registriert war, konnte die Polizei den ehemaligen Besitzer ausfindig machen. Dieser erklärte, dass er das Boot einige Tage zuvor verkauft habe. Dank Telefonaufzeichnungen und Überwachungen ermittelte die Polizei einen 39-jährigen Iraner, der politischer Flüchtling und Imam in einer Moschee in Petit-Couronne bei Rouen ist.

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Bei ihm zu Hause fand die Polizei zwei Boote, drei Motoren und etwa 20 Rettungswesten. Ein Gemeindemitglied der Moschee, ein 29-jähriger senegalesischer Staatsbürger, wurde ebenfalls verhaftet. In Polizeigewahrsam gestanden die beiden Männer, behaupteten jedoch, im Namen einer dritten Person gehandelt zu haben. Diese Person konnte von den Ermittlern allerdings nicht identifiziert werden. Nach den Ermittlungsergebnissen kauften die beiden Männer zwischen dem 27. Dezember 2018 und dem 30. April 2019 sieben Boote.

Die beiden Verurteilten behaupteten zudem, dass sie erst spät bemerkt hätten, dass die Boote zu illegalen Überfahrten über den Ärmelkanal dienten. Flüchtlinge, die im Rahmen der Ermittlungen befragt wurden, gaben jedoch an, bis zu 10.000 Euro gezahlt zu haben. Der Imam hingegen sagte aus, nur 1.300 Euro für den Transport der Boote erhalten zu haben. Die Staatsanwaltschaft wies jedoch darauf hin, dass Telefonabhörung und Geolokalisierung deutlich zeigten, dass der Imam sich regelmäßig an der Küste in der Nähe der Strände aufgehalten habe. Also dort, wo die Boote und Flüchtlinge entdeckt wurden.

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