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Fake News als Methode: Angriff der ukrainischen Luftwaffe auf Lugansk am 2. Juni 2014

Fake News als Methode: Angriff der ukrainischen Luftwaffe auf Lugansk am 2. Juni 2014
Spuren des blutigen Angriffes der ukrainischen Luftwaffe und Feuerwehreinsatz am 2. Juni 2014 am Gebäude der Lugansker Gebietsverwaltung.
Vor 5 Jahren beschossen ukrainische Kampfflugzeuge die Innenstadt von Lugansk. Zahlreiche Videobeweise hielten Kiew nicht davon ab, von "Selbstbeschuss durch Lugansker Separatisten" zu sprechen. Auch die Deutsche Welle übernahm unhinterfragt die Kiewer Version.

Am 2. Mai um 15 Uhr erblickten Hunderte Einwohner von Lugansk zwei Su-25-Jagdbomber der ukrainischen Streitkräfte am Himmel über dem Zentrum der Stadt. Innerhalb von nur wenigen Minuten erschütterten mehrere Detonationen den Vorplatz der Lugansker Gebietsverwaltung. Das Gebäude wurde seit mehreren Wochen von den Kräften der selbsternannten Lugansker Volksrepublik besetzt.

Rettungskräfte, die unmittelbar zum Ort des Angriffs eilten, sahen verstümmelte, blutüberströmte Körper; einige Schwerverletzte, augenscheinlich im Schockzustand, redeten noch. "Wir rannten hierher, wir sahen, wie die Menschen ohne Hände und Beine krochen und um Hilfe schrien", erzählte die Frau von Alexander Gisaj, dem in der Region bekannten langjährigen Leiter einer Kriegsgräbergruppe. Gisaj war nach dem Angriff sofort tot; er und seine Frau trennten sich im Park vor der Gebietsverwaltung, kurz bevor die Rakete einschlug. 

Angehörige der weiteren Opfer waren ebenfalls schnell vor Ort. "Da lag eine Frau, ich erkannte sie nicht. Es war meine Mutter, ihre Haare waren abgebrannt, sie hatten eine andere Farbe, ihr Gesicht war blutüberströmt", erzählte Irina Kukuridze, die Tochter Inna Kukuridzes, die auf dem Weg ins Krankenhaus verstorben war.

Fake News als Methode: Angriff der ukrainischen Luftwaffe auf Lugansk am 2. Juni 2014
Diese Bilder gingen durchs Netz: Inna Kukuridze, tödlich verletzt, redet in die Kamera. Um sie herum liegen im Schutt mehrere leblose Körper.

Unter den Opfern war auch die Ministerin der selbsternannten Lugansker Volksrepublik Natalia Archipowa. Die Dozentin der medizinischen Universität war nur eine Woche im Amt. "Sie eilte ins Krankenhaus, um Verwundeten Hilfe zu leisten, jemand sprach sie an, und so blieb sie vor dem Eingang der Gebietsverwaltung stehen. Man hat sie nur anhand ihrer Bluse erkannt, die sie kurz vor dem Vorfall geschenkt bekommen hat", erzählte einer der Kollegen dem russischen Fernsehsender Perwy Kanal.

Insgesamt forderte der Angriff acht Todesopfer, darunter fünf Frauen. Dutzende wurden verwundet. Man zählte insgesamt 29 Einschläge von Luftwaffenraketen. Eine Rakete des Typs S-8M/KOM blieb im Asphalt stecken. Diese Raketen sind für die Vernichtung von schwerer Panzertechnik bestimmt.

Aufnahmen der Videoüberwachung, die mehrere Luftschläge vor der Lugansker Gebietsverwaltung festgehalten haben, gingen noch am selben Tag durchs Netz: 

Am selben Tag schrieb das russische Außenministerium in einer Erklärung

Wir stellen fest, dass sich die Eskalation der Aktivitäten der ukrainischen Machtorgane und der Ultranationalisten gleichzeitig mit dem Besuch des Vize-Verteidigungsministers der USA in Kiew, Derek Chollet, ereignete. Erneut rufen wir unsere westlichen Partner auf, all ihren Einfluss auf Kiew geltend zu machen, um dem Abgleiten der Ukraine in eine nationale Katastrophe Einhalt zu gebieten.

Laut dem ukrainischen Militär war der Beschuss der Lugansker Gebietsverwaltung eine Art "Selbstbeschuss" vonseiten der Lugansker Volkswehr. So sagte der Pressesprecher der Anti-Terror-Operation Alexej Dmitraschkowski, die Explosion habe sich im Inneren des Gebäudes ereignet, "wegen des fahrlässigen Umgangs mit Feuerwaffen und Sprengstoffen", einen Angriff von außen von einem Flugzeug habe es nicht gegeben.

Mit dem Zweiten sieht man nicht unbedingt besser.

Andere ukrainische Amtsträger, wie der stelltvertretende Staatsanwalt Nikolaj Golomscha, behaupteten, der Vorfall sei durch den Beschuss mit einer Flugabwehrrakete der Rebellen verursacht worden. Anstatt das Triebwerk eines Flugzeugs soll die Rakete eine Klimaanlage an der Front des Verwaltungsgebäudes angesteuert haben. Diese Version, mit Verweis auf Augenzeugenberichten, verbreiteten auch zahlreiche ukrainische Medien. Die Urheberschaft der "Flugabwehrversion" lag dabei bei ukrainischen Bloggern.

Diese absurde Version der Geschehnisse übernahmen auch Medien im Westen – es gab nur wenige, die überhaupt über die Tragödie berichtet haben. Auch die Deutsche Welle (DW) in russischer Sprache schrieb:

Der Version von Augenzeugen zufolge haben Separatisten selbst mit einer Flugabwehrrakete das Gebäude beschossen.

Als eine Art Siegel der Glaubwürdigkeit für die Version Kiews fungierten bei der DW die unbekannten "Augenzeugen" – trotz erdrückender Beweislast, die die Version der "Separatisten" stützte: Nur wenige Stunden nach dem Angriff wimmelte es in den russischsprachigen Medien nur von Fotos, Videos und sonstigen Schilderungen der Ereignisse im Zentrum der Stadt. Sie zeigten nicht nur auf dem Boden liegende Opfer, sondern auch zahlreiche Raketeneinschläge. Euronews schrieb noch am 3. Juni machtlos:

Es gibt keine Möglichkeit, die Echtheit der Berichte zu prüfen.  

Die OSZE bestätigte am 3. Juni den tödlichen Luftangriff. Auch die CNN-Reporterin Diana Magnay, die an diesem Tag vor Ort war, berichtete am darauffolgenden Tag von der realen Version der Ereignisse. Sie zeigte Schäden an Bäumen und weitere unwiderlegbare Beweise des Luftangriffes. Via Live-Schalte sagte sie im Klartext:

Chefermittler Fred Westerbeke präsentierte am 24. Mai 2018 den JIT-Abschlussbericht, der die Schuld für den Abschuss von MH17 bei Russland sieht.

Es war ein wuchtiger Schlag auf das Gebäude und den Vorplatz. Man kann zahlreiche Spuren sehen. Alles deutet darauf hin, dass es ein Luftangriff war. Wenn die Ukrainer damit das Verwaltungsgebäude attackieren wollten, dann war es definitiv ein präziser Schlag. Er kostete acht Zivilisten das Leben. Das wird der ukrainischen Regierung teuer zu stehen kommen, denn damit wird sie auch das Vertrauen von ihren wenigen Unterstützern in der Region einbüßen müssen."

Das ukrainische Militär hat den Luftangriff bisher nicht offiziell bestätigt. Auch die Deutsche Welle hat ihre Berichterstattung nicht korrigiert: Nach dem 2. Juni 2014 ist keine weitere Meldung auf der DW-Homepage zur "Lugansker Gebietsverwaltung" zu finden.

Die Geschichte mit der "Flugabwehrrakete, die die Klimaanlage attackierte", steht seitdem stellvertretend für ukrainische Fake News. Nur wenige Wochen danach behaupteten dieselben Amtsträger der Ukraine und dieselben ukrainischen Medien, das Flugzeug der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH-17, das den Himmel über dem Kriegsgebiet am 17. Juli 2014 durchkreuzte, sei von Russland abgeschossen worden.  

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