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"Wir lassen uns nicht täuschen!" – Künstler solidarisieren sich mit den Gelbwesten

"Wir lassen uns nicht täuschen!" – Künstler solidarisieren sich mit den Gelbwesten
Gelbwesten-Protest am 4. Mai in Marseille
"Wir lassen uns nicht täuschen" – unter diesem Titel verfassten 1.400 französische Künstler einen Aufruf, in dem sie Solidarität mit den Gelbwesten ausdrücken und die Repression durch die Regierung scharf verurteilen. RT Deutsch dokumentiert diesen Aufruf.

Französische Künstler haben in einem Aufruf ihre Solidarität mit den Gelbwesten erklärt und die französische Regierung scharf kritisiert. Unter den 1.400 Kunstschaffenden, die den Aufruf unterschrieben haben, finden sich bekannte Namen wie die Schauspielerinnen Juliette Binoche und Emmanuelle Béart. RT Deutsch dokumentiert den Aufruf in deutscher Übersetzung.

Wir lassen uns nicht täuschen! Aufruf der Künstler und Kulturschaffenden

Seit einigen Monaten ist die Bewegung der Gelbwesten, beispiellos in der Geschichte der Fünften Republik, auf dem Pflaster unserer Straßen.

Eine spontan entstandene Bürgerbewegung, die keiner politischen Partei zuzuordnen ist.

Eine Bewegung, die seit mehr als sechs Monaten jeden Samstag Zehntausende Franzosen mobilisiert und von weiteren Millionen unterstützt wird.

Bilder der Verwüstung aus Paris. Ein Ende der Proteste ist nicht abzusehen.

Eine Bewegung, die das Wesentliche fordert: eine direktere Demokratie, mehr soziale und steuerliche Gerechtigkeit, radikale Maßnahmen gegen den ökologischen Ausnahmezustand.

Was sie fordern, fordern sie für alle. Die Gelbwesten, das sind wir. Wir Künstler, Techniker, Autoren all dieser Kulturberufe, ob prekär oder nicht, sind von dieser historischen Mobilisierung absolut betroffen.

Und wir proklamieren es hier: Wir lassen uns nicht täuschen. Wir sehen, wie alle Strippen gezogen werden, um die Gelbwesten als Umweltfeinde, Extremisten, Rassisten, Schläger zu beschreiben und so zu diskreditieren ... Das Manöver zieht nicht, diese Geschichten beschreiben nicht die Realität, auch wenn die Mainstreammedien und Regierungssprecher uns das glauben machen wollen.

Es ist dasselbe wie mit der Gewalt, die sie jeden Samstag hervorheben.

Doch die alarmierendste Gewalt findet keine Erwähnung.

Die Bilanz der Unterdrückung verschlimmert sich jede Woche. Bis zum 19. April 2019 gab es einen Todesfall, 248 am Kopf Verletzte, 23 Demonstranten, die ein Auge verloren, und fünf, denen eine Hand abgerissen wurde. Das ist unserer Republik unwürdig.

Und wir sind nicht die Ersten, die das anprangern: Amnesty International, die Liga für Menschenrechte, die Vereinten Nationen, die Europäische Union, der Verteidiger der Rechte, sie alle verurteilen die Polizeigewalt gegenüber den Gelbwesten in Frankreich.

Die Zahl der Verwundeten, zerstörten Leben, Verhaftungen und Verurteilungen übersteigt jedes Vorstellungsvermögen. Wie können wir unser Demonstrationsrecht bei solchen Repressionen noch ausüben? Nichts rechtfertigt die Einrichtung eines Legislativarsenals namens "Anti-Schläger", das unsere Grundfreiheiten verletzt.

Wir lassen uns nicht täuschen. Die bedrohlichste Gewalt ist die wirtschaftliche und soziale. Es ist diese Regierung, die die Interessen einiger zum Nachteil aller verteidigt. Es ist Gewalt, die Körper und Köpfe derjenigen trifft, die zur Arbeit gehen, um zu überleben.

Dann müssen wir – es ist ein historischer Notfall – gemeinsam die ökologische Krise bewältigen und gerechte und wirksame Lösungen finden, um unseren Kindern eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Wir lassen uns nicht täuschen. Diese Regierung hat sich weiterhin zurückgezogen, um die Verantwortlichen für die angekündigte Katastrophe nicht zu beunruhigen. Die Gelbwesten prangern es als Umweltaktivisten an. Heute ist die Konvergenz sozialer und ökologischer Kämpfe auf dem Weg.

Wir werden uns weiterhin empören, stärker, öfter, geschlossener.

Und heute rufen wir dazu auf, eine neue Geschichte zu schreiben.

Wir sind Schriftsteller, Musiker, Regisseure, Produzenten, Bildhauer, Fotografen, Ton- und Bildtechniker, Drehbuchautoren, Choreografen, Zeichner, Maler, Zirkuskünstler, Komiker, Produzenten, Tänzer. Kulturschaffende aller Couleur empören sich über die Unterdrückung, Manipulation und Verantwortungslosigkeit dieser Regierung in einem solchen entscheidenden Moment in unserer Geschichte.

Lasst uns unsere Kraft, die der Worte, der Sprache, der Musik, des Bildes, des Denkens und der Kunst, nutzen, um eine neue Erzählung zu erfinden und diejenigen zu unterstützen, die seit Monaten auf der Straße kämpfen.

Es ist nichts festgeschrieben. Entwerfen wir eine bessere Welt.

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